Newsletter#23 10/2021

Holzschutzbuch in dritter Auflage ab Oktober im Handel

Am 15. Oktober 2021 erscheint das Fachbuch "Holzschutz. Holzkunde – Pilze und Insekten – Konstruktive und chemische Maßnahmen - Technische Regeln – Praxiswissen" in der 3., überarbeiteten und erweiterten Auflage. Das Buch erscheint im Carl Hanser Verlag München sowohl in gedruckter Form als auch als e-book; hier sind die Kapitel auch einzeln erhältlich.

Das Fachbuch "Holzschutz" geht auf die sogenannte "rote Reihe" zurück; eine Folge verschiedener Fachbücher für den technischen Bereich, die bereits in der 70er Jahren im damaligen Fachbuchverlag Leipzig erschienen waren und die in Fachkreisen sehr geschätzt wurden. Der Carl Hanser Verlag hatte den Fachbuchverlag Leipzig nach der Wende übernommen und die Fachbuchreihe später neu belebt.

Das Holzschutzbuch (Erstauflage 2015) entstand in enger Zusammenarbeit von IHD und Sächsischem Holzschutzverband. Alle sechs Autoren sind Verbandsmitglieder; zwei davon sind wissenschaftliche Mitarbeiter des IHD, die übrigen selbstständige Sachverständige für Holz- und Bautenschutz. Autorenseitig wurde das Buchprojekt durch Dr. Wolfram Scheiding koordiniert, der Ressortleiter Biologie/Holzschutz im IHD ist.

Im Lehrbuch selbst sind alle wichtigen Aspekte des vorbeugenden und des bekämpfenden Holzschutzes verständlich aufbereitet – es dient als Lehr- und Nachschlagewerk und als Ratgeber für die Praxis des Holzschutzes und richtet sich an Studenten, Architekten, Bauingenieure und Bauausführende.

Weitere Infos zum Buch finden sich unter

https://www.hanser-kundencenter.de/fachbuch/artikel/9783446465787.


Innovationspreis für Strandkorbsauna

Bei der Preisverleihung des Existenzgründerpreises der Lübecker Wirtschaft übergab Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz am 8. September 2021 die Auszeichnungen für die innovativsten Ideen der Region.

Über den ersten Platz, bei dem mit 5000 Euro dotierten Existenzgründerpreis, durften sich am Ende die Lübecker Torsten und Thomas Sauer freuen. Die beiden Brüder entwickelten eine Korbsauna – eine Kombination aus Strandkorb und Sauna. Bis Ende Oktober werden die ersten 100 Stück in Lübeck produziert sein.

Das Prinzip: Geöffnet ist sie ein Strandkorb, geschlossen ist sie eine Sauna. Sie soll an jedem Ort ganzjährig alleine oder zu zweit nutzbar sein. Gründer Torsten Sauer will so nach eigenen Angaben das Lebensgefühl des Sommers in den Winter übertragen, es spürbar machen und zwei Leidenschaften vereinen.

„Menschen, denen ich von unserer Korbsauna erzählt habe, waren von der Vorstellung sofort begeistert“, schildert der ausgebildete Zimmermann und heute in Lübeck lebende Diplom-Ingenieur Torsten Sauer. Der Mann für die Technik ist sein Bruder Thomas, Gebäudeplaner und technischer Ingenieur. Gemeinsam haben sie im November 2018 die Korbsauna GmbH gegründet. Zum Start in die neue Selbstständigkeit haben die Brüder viel Unterstützung vom maßgeblich an der Entwicklung beteiligten Ressorts Physik und Bauteile des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD) bei der Realisierung ihrer Idee bekommen.


"Möbel Made in Germany"

EPH als Fremdprüfer anerkannt


Das akkreditierte Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie (EPH) erweitert seinen Service im Bereich der Produktüberwachung um die Prüfung zum Erlangen des Geographischen-Herkunfts-Gewährzeichens „Möbel Made in Germany“ (MMIG) nach RAL-RG 0191.

Dipl.-Ing. Oliver Bumbel (EPH Dresden) und Herr Jürgen Korf (NIMM-EPH Detmold) nahmen dazu am 16. Juni 2021 an einer Schulung des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie e. V. (VDM) und der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e. V. (DGM) teil. Die DGM ist die Kennzeichnungs- und Überwachungsstelle für das Zeichen. Beide Auditoren stehen interessierten Unternehmen ab sofort als Ansprechpartner zu Inhalt und Ablauf der Werksprüfung zur Verfügung.

Unter der RAL 0191 hat das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) Anforderungen und Begriffsbestimmungen festgelegt, die zusammen mit dem VDM und der DGM entwickelt wurden. Ziel ist es sicherzustellen, dass der wesentliche Herstellungsvorgang in Deutschland erfolgt, mit dem das Produkt seine für den Verbraucher maßgebende Qualität und charakteristischen Eigenschaften erhält.
Das Kernelement der Prüfung mit regelmäßiger Überwachung ist die Erfassung der zu zertifizierenden Produkte mit Bauteilen und Lieferanten, den erbrachten Konstruktionsleistungen, vorhandenen Systemen zur Sicherung der Produktqualität, dem Nachweis der Produktqualität und dem Herstellungsprozess. Die detaillierte Prüfung der Voraussetzungen erfolgt während einer Werksprüfung.

Ansprechpartner im EPH:

Oliver Bumbel (oliver.bumbel@eph-dresden.de)                                                       
Jürgen Korf (juergen.korf@eph-dresden.de)


13. Fußbodenkolloquium in Dresden

Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) veranstaltet vom 4. bis 5. November 2021 sein traditionelles Fußbodenkolloquium.

Es wendet sich an Hersteller von Holz-, Kork-, MMF- und Laminatfußböden, deren Zulieferer, Händler, Fußbodenleger, Sachverständige und Wissenschaftler. Das Fußbodenkolloquium findet in diesem Jahr erstmals in hybridem Format statt. So können Sie entscheiden, ob Sie in Präsenz oder online teilnehmen wollen.
Das Programm bietet interessante Vorträge zu Themen wie beispielsweise „Neues aus der Normung“, „Fußbodenkühlung und Estrichfeuchte“ oder dem „HotSpot-Prüfverfahren“. Natürlich spielt auch das Thema Nachhaltigkeit bei der Veranstaltung eine Rolle. Berichtet wird u. a. zu den Themen Zirkulare Produktkreisläufe und biobasierte Bodenbeläge. Auch diesmal wird es wieder einen Block aus Speedvorträgen zu aktuellen Themen aus Forschung und Entwicklung, begleitet von einer Postersession, geben.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Neuigkeiten aus dem Bereich der Fußbodenbeläge zu erfahren und mit Kollegen der verschiedenen Branchen ins Gespräch zu kommen!

Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Kolloquium im hybriden Format statt, die Teilnehmerzahl vor Ort ist begrenzt.

Bitte beachten Sie, dass die Plätze zur Präsenzteilnahme bereits ausgebucht sind. Eine Anmeldung zur Online-Teilnahme ist weiterhin möglich.

Aktuell gilt bei unseren Veranstaltungen die 2G/PCR-Regel. 

Das ausführliche Programm und die Anmeldung finden Sie unter: https://www.ihd-dresden.de/de/veranstaltungen/veranstaltungsdetailseite/13-fussbodenkolloquium-1/


14. Holzwerkstoffkolloquium in Dresden

Fast alle mit der Bearbeitung von Holz befassten Industrien haben die virusbedingt schwierigen Zeiten erfreulich gut überstanden, sie konnten der Pandemie trotzen.

Möglich wurde dies, weil viele Nutzer in Krisenzeiten auf nachhaltige Materialien, mithin auch auf Holzwerkstoffe, zurückgegriffen haben, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Im Kreislauf hergestellte Holzwerkstoffe konnten liefern, was in dieser Zeit gefragt war: Saubere, nachwachsende Rohstoffe, gute, gesunde Performance und eine gesicherte, hohe Qualität. 
Das 14. Holzwerkstoffkolloquium stellt Fragen nach dem Grund, warum sich diese Werkstoffe so krisenfest gezeigt haben. Wir thematisieren das „Design for Recycling“ und die Hybridisierbarkeit der Holzwerkstoffe sowie die robusten Technologien und verlässlichen Lieferketten, die für die stabile Verwendung gesorgt haben. Welchen Beitrag leisten Holzwerkstoffe für die neue Normalität nach Corona?

Nutzen Sie die Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Experten und Fachkollegen unseres Hauses. 

Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Kolloquium im hybriden Format statt, die Teilnehmerzahl vor Ort ist begrenzt.

Bitte beachten Sie, dass die Plätze zur Präsenzteilnahme bereits ausgebucht sind. Eine Anmeldung zur Online-Teilnahme ist weiterhin möglich.

Aktuell gilt bei unseren Veranstaltungen die 2G/PCR-Regel. 

Das Programm und die Anmeldung finden Sie unter https://www.ihd-dresden.de/de/veranstaltungen/veranstaltungsdetailseite/holzwerkstoffkolloquium/


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#22 07/21

Fachbereich Schadensanalyse

Die Schadensanalyse hat sich am IHD seit vielen Jahren etabliert. Dabei reichen die Anfragen von Themen aus der Produktentwicklung, über Reklamationen bis hin zu Bewertungen von Schadensfällen vor Gericht. In vielen Fällen betrifft dies Produkte aus der Holz- und Holzwerkstoffbranche.

Immer häufiger werden jedoch auch Anfragen aus völlig anderen Branchen bearbeitet. Zur Lösung der Aufgaben analysieren die Experten am IHD mit Hilfe modernster Technik aufgetretene Schadensbilder, interpretieren die Ergebnisse und erarbeiten auf Wunsch mit dem Kunden mögliche Lösungswege.

Dieses Fachgebiet wird seit Juni 2021 von Dr. Florian Kettner repräsentiert. Er fungiert als zentraler Ansprechpartner für Anfragen und vermittelt dann ggf. im Haus zu Experten im jeweiligen Fachbereich oder koordiniert intern verschiedene Methoden, die dann in einem Untersuchungsbericht zusammengefasst werden. Dieses Vorgehen ermöglicht die Lösung komplexer Fragestellungen, für die unterschiedliche Analysenmethoden – von wissenschaftlichen Methoden bis hin zu Norm-Prüfungen – kombiniert und bewertet werden müssen, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Nähere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.ihd-dresden.de/de/fachgebiete/schadensanalyse/


Das IHD zu Gast beim SIG Science Talk

Eine Online-Veranstaltungsreihe der Sächsischen Industrieforschungsgemeinschaft e. V.


Prozesse und Technologien sind wesentliche Einflussfaktoren auf Zeit und Kosten und damit bestimmend für die Ressourcenoptimierung der Wirtschaft. Nur Unternehmen mit effizient funktionierenden Prozessen und modernen Technologien bestehen im ständigen Wettbewerb.

Welche innovativen Technologien die Mitglieder der SIG bereits entwickelt haben, um auch in Ihrem Unternehmen Zeit, Aufwand und somit auch Kosten zu sparen, erfahren Sie im nächsten SIG Science Talk am 15. Juli 2021 von 10.30 – 11.30 Uhr.

Wissenschaftler aus dem Cetex Institut in Chemnitz, dem Kunststoff-Zentrum Leipzig (KUZ) und dem Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) berichten und diskutieren zum Thema „Technologien und Prozesse“. Wir laden Sie ein, sich über das aktuelle Forschungsgeschehen in Sachsen zu informieren und mit unseren Referenten in den Dialog zu treten.

Referenten:

Sebastian Nendel (Cetex): „Von chaotischer Lagerhaltung und monotoner Tätigkeit zur automatisierten Fertigung in der Textilindustrie“
Tino Jacob (KUZ): "Mikrospritzguss für die Medizintechnik"
Marco Mäbert (IHD): „Hochfrequenztechnologie zwischen Holz und Kunststoff“

Der SIG Science Talk ist eine kostenfreie Online-Veranstaltungsreihe, in der Sie Neuigkeiten aus der Forschung der 19 Mitgliedsinstitute der SIG erfahren.

Hier gelangen Sie zur Anmeldung:
https://attendee.gotowebinar.com/register/2722895881557442319

Alle bereits stattgefundenen Veranstaltungen können Sie sich gern nachträglich auf unserem Youtube-Kanal „SIG Science Talk“ ansehen.

Haben auch Sie Ideen für Forschungsprojekte – kontaktieren Sie uns! Detaillierte Informationen zur SIG und Ihren Mitgliedern finden Sie unter www.sig-forschung.de.


Beständigkeit gegenüber Mikrokratzern zuverlässiger bewerten

Die Mikrokratzbeständigkeit ist ein wichtiges Qualitätskriterium für Fußboden- und Möbeloberflächen und daher Gegenstand mehrerer Prüfnormen (DIN EN 16094, DIN EN 438-2, CEN/TS 16611).

Zur Bestimmung der Mikrokratzbeständigkeit kommt das Martindale-Gerät zur Anwendung, bei der die zu prüfende Oberfläche durch ein Scheuermaterial mit einem bestimmten Druck und mit einer festgelegten Frequenz für eine festgelegte Zykluszahl beansprucht wird.

Kritisch im Zusammenhang mit dem Prüfverfahren ist, dass es keine standardisierten Scheuermaterialien gibt. Anpassungen im Herstellungsprozess handelsüblicher, prinzipiell geeigneter Scheuervliese können jedoch mit Eigenschaftsänderungen des Scheuermaterials einhergehen und zu nicht reproduzierbaren Prüfergebnissen und resultierenden Fehlbewertungen führen. Ähnlich gelagert sind die Schwierigkeiten mit Referenzmaterialien bzw. Oberflächen, welche der Überprüfung des Verfahrens und zur Chargenkontrolle der Scheuervliese dienen. Bedingt durch sich ändernde Trends und anderweitige Marktanpassungen ist eine ständige Verfügbarkeit ein- und desselben Materials hier ebenfalls nicht gewährleistet und schränkt die Möglichkeiten einer zuverlässigen Überprüfung der Scheuermaterialien enorm ein.

Zur Behebung der genannten Probleme sollen im Rahmen eines Forschungsvorhabens von IHD und TFI neuartige Scheuermaterialien mit definierten Materialeigenschaften entwickelt werden, die als standardisierte normative Prüfmittel zukünftig Anwendung finden sollen. Weiterhin steht die Entwicklung eines Hochglanzreferenzmaterials mit festgelegten physikalischen Eigenschaften im Vordergrund. Im Zuge der Realisierung von Scheuer- und Referenzmaterial gilt es, das bestehende Prüfverfahren anzupassen und zu verbessern. Das Martindale-Gerät als solches bildet aber weiterhin die Grundlage für die Bestimmung der Mikrokratzbeständigkeit, so dass vorhandene Prüfgeräte weiterhin eingesetzt werden können und das Prinzip der Prüfung gleichbleibt.

Für die Entwicklung der Scheuermaterialien setzt das TFI die aus der Textilherstellung bekannte Tuftingtechnologie ein, mit der exakte und reproduzierbare Strukturen erzeugt werden können. Schwerpunkt am IHD bilden die Entwicklung des neuen Referenzmaterials sowie der adaptierten Prüfmethode. Ferner soll auch untersucht werden, inwieweit die bisherige visuelle Beurteilung des Kratzbildes durch moderne Bilderfassungs- und -verarbeitungstechniken ersetzt werden könnte.

Ansprechpartner am IHD:                                          Ansprechpartner am TFI:
Dr. Tobias Meißner                                                     Dr. Ansgar Paschen
tobias.meissner@ihd-dresden.de                         a.paschen@tfi-aachen.de


Strandkorb oder Sauna?

Die Brüder Torsten und Thomas Sauer hatten die Idee, Strandkorb und Sauna zu kombinieren und so entstand die weltweit erste „korbsauna“. Das Wellness-Doppel der korbsauna beruht auf einem einfachen Prinzip: Geöffnet ist sie ein Strandkorb, geschlossen eine Sauna. Ausprobieren kann man sie bereits im Nordsee-Heilbad Büsum.

„Menschen, denen ich von unserer korbsauna erzählt habe, waren von der Vorstellung sofort begeistert“, schildert der ausgebildete Zimmermann und heute in Lübeck lebende Diplom-Ingenieur Torsten Sauer. Der Mann für die Technik ist sein Bruder Thomas, Gebäudeplaner und technischer Ingenieur. Gemeinsam haben sie im November 2018 die Korbsauna GmbH gegründet. Zum Start in die neue Selbstständigkeit haben die Brüder viel Unterstützung vom maßgeblich an der Entwicklung beteiligten Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) bekommen.

Die 2 m² große, 1,75 Meter hohe korbsauna, die durch eine seitliche Tür betreten und verlassen werden kann, wird im Saunamodus über einen Ofen mit 230 V-Anschluss betrieben. Zu zweit kann sie im Handumdrehen vom Strandkorb zur Sauna umgebaut werden.

Langlebig, ökologisch und voll wiederverwendbar – das ist die außen harte und innen smarte korbsauna.


Neue technische Möglichkeiten im Brandlabor

Prüfkammer zur Bestimmung der optischen Rauchdichte und Toxizität


Die Entwicklung sowie die Auswirkungen eines Brandes werden von einer Vielzahl sich bedingender Faktoren beeinflusst. Der sich bildende Rauch ist dabei eines der ersten Brandmerkmale. Zudem geht vom Rauch eine Gefahr aus, die nicht zu unterschätzen ist. Wichtig ist daher, dass bei der Beurteilung des Brandverhaltens von Materialien neben wichtigen Parametern wie der Entflammbarkeit auch das Rauchverhalten Berücksichtigung findet.

Das IHD ist seit dem 2. Quartal dieses Jahres in der Lage, das Rauchverhalten mit einer speziellen Einkammerprüfung an verschiedenen Materialien zu testen. Mit der dafür zur Verfügung stehenden Smoke Chamber der Fa. Wazau GmbH ist es möglich, die optische Rauchdichte nach EN ISO 5659-2 zu bestimmen. Zusätzlich zu den nach Norm vorgegebenen Bestrahlungsstärken von 25 kW/m² und 50 kW/m² kann auch jede beliebige Bestrahlungsstärke von 1 kW/m² bis 50 kW/m² für Forschungszwecke genutzt werden. Ein weiterer Zusatz ist die optionale Kopplung mit einem FT-IR zur Analyse der Rauchgase. Das ermöglicht die Messung der Konzentration ausgewählter Elementen im Rauchgas, um eine Einschätzung zur Toxizität im Brandfall oder beim Entstehungsbrand zu geben.


Forschung zu umweltschonenden Holzschutzcoatings

Die Entwicklung neuartiger, umweltschonender Holzschutzcoatings für bewitterte Holzbauteile auf Basis funktionalisierter Plasmabeschichtungen sowie der entsprechenden Applikationstechnologien ist Ziel eines aktuellen Forschungsvorhabens am IHD. Der Fokus des Projektes liegt dabei auf der Substitution konventioneller antimikrobieller Holz- und Filmschutzwirkstoffe durch mechanisch-physikalische Wirkmechanismen der Plasmabehandlung sowie auf der Nutzung des antimikrobiellen Potenzials konventioneller UV-, Flamm- und Filmschutzadditive. Orientierend wird zudem das Nutzungspotenzial von Flammbehandlungen für biozidarme bzw. biozidfreie Holzschutzbeschichtungen untersucht.

Hauptnutzer der neuen Beschichtungssysteme und -technologien sind kleine und mittlere Unternehmen der Säge- und Holzindustrie, Hersteller von Holz-Bauelementen wie Fenstern, Türen oder Fassaden sowie Anbieter von Plasma-, Beflammungs- und Dosiertechnik.

Das Projekt mit dem Förderkennzeichen 21502 BR wird in Kooperation mit INNOVENT e. V. Technologieentwicklung (Jena) bearbeitet, startete Anfang des Jahres und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Förderrichtlinie Industrielle Gemeinschaftsförderung gefördert.


Forschungsprojekt zur Erhaltung von stark mikrobiell geschädigtem Schriftgut

Der sich vollziehende Klimawandel stellt den Kulturgutschutz vor neue Herausforderungen, die sich auch in der konservatorischen und restauratorischen Bearbeitung von Objekten bemerkbar machen.

Für Schriftgut sind neben Brandschäden vor allem Wasser- bzw. Feuchtigkeitsschäden ein ernstes Problem. Auch infolge von anhaltend ungünstigen oder kurzzeitig extremen Klimabedingungen in Räumen können sich gravierende Schimmelpilzschäden entwickeln, die zu komplexen Schadensbildern an Papierobjekten führen können.

Bereits in der Vergangenheit sind solche Schäden aufgetreten und gefährden nicht nur Kulturgut, sondern sind eine gesundheitliche Belastung für alle Personen in Kultureinrichtungen. Mit dem heutigen Stand der Forschung existiert noch keine Behandlungsmethode, die eine schadstofffreie, objektschonende Abtötung und tiefenwirksame Entfernung von Schimmelpilzbestandteilen auf Papierobjekten bewirkt.

Ziel eines kürzlich am IHD gestarteten Forschungsprojektes ist deshalb die Entwicklung einer neuen, praxistauglichen und umweltfreundlichen Methode zur Auflösung und Entfernung des Schimmels von historisch wertvollen Handschriften und Druckwerken. Mittels neuartiger, enzymatisch basierter Dekontaminierung sollen solche Objekte restauriert und bewahrt werden. Das zu entwickelnde Verfahren soll auch in der Zukunft für ähnliche Schadensereignisse anwendungsbereit zur Verfügung stehen.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und in Kooperation mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, dem Zentrum für Bucherhaltung Leipzig sowie dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung Würzburg bearbeitet.


DGNB erkennt Label erneut an

Nach der erstmaligen Anerkennung des Labels „TÜV PROFiCERT-product Interior PREMIUM“ durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) im Januar 2019 für die Produktgruppen „textile und elastische Bodenbeläge“, wurde das Label und der damit verbundene Standard nun erneut als VOC-Emissionsnachweis durch die DGNB anerkannt und auf weitere Produktgruppen übertragen.

Es wurde jeweils für die Qualitätsstufe 4 der Kriterienmatrix im Kriterium „ENV1.2 Risiken für die lokale Umwelt“ der Version 2018, Gebäude (Anlage 1) für die Zeilen 20 (Versiegelungen, 2K-PU-Lacke, PU Bodenbeschichtungen), 23 (EP-Beschichtungen), 47a (Fertigprodukte aus Holzwerkstoffen für Innenräume) und 48 (Holzwerkstoffe für konstruktiven Holzbau) der Liste „DGNB Anerkannter Standard“ aufgenommen. Das Gültigkeitsdatum für die anerkannten Zeilen ist der 12.06.22. Als Überwachungs- und VOC-Prüfstellen für das TÜV-PROFiCERT-Label sind die EPH GmbH und die TFI Aachen GmbH tätig.

Auch die Sentinel Haus Institut GmbH aus Freiburg hat sich von der verlässlichen Sicherheit und Transparenz des Labels überzeugt und es auf seiner Label-Website für gesunde und nachhaltige Bauprodukte ebenfalls veröffentlicht.


Veranstaltungsankündigung


Newsletter#21 04/2021

5. Holzanatomisches Kolloquium – Programm jetzt online

Am 9. und 10. September 2021 veranstaltet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) gemeinsam mit der Professur für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden das 5. Holzanatomische Kolloquium.

Der traditionsreiche Holzforschungsstandort Dresden mit zahlreichen Instituten, Organisationen und Unternehmen rund ums Holz bietet beste Voraussetzungen für ein solches Fachkolloquium.

Die Holzanatomie als eine sehr alte Teildisziplin der biologischen Naturwissenschaften bietet auch heute noch großes Potenzial. Moderne Anwendungsbereiche sind z. B. Strukturanalytik, Nanotechnologie, Materialwissenschaften oder Bionik. Im diesjährigen Programm stehen u. a. Vorträge zu Themen wie Angewandte Holzanatomie, Holzartenbestimmung und funktionelle holzbasierte Materialien. Das komplette Programm finden Sie online unter https://www.ihd-dresden.de/de/veranstaltungen/. Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Kolloquium erstmals in hybridem Format statt. Bei einer Anmeldung bis zum 9. Juli 2021 wird ein Frühbucherrabatt gewährt.


Neues vom Deutschen Fachausschuss Holzschutz

Anfang des Jahres fand eine Sitzung des Fachausschusses Holzschutz statt. In einer turnusmäßigen Wahl wurde Dr. Wolfram Scheiding zum neuen 1. Vorsitzenden für die nächsten vier Jahre gewählt.

Der studierte Forstwissenschaftler leitet seit 1999 das Ressort Biologie/Holzschutz am Institut für Holztechnologie Dresden (IHD), arbeitet seit 2011 im Fachausschuss mit und ist auch in der Holzschutznormung aktiv. Scheiding folgt Prof. Holger Militz von der Georg-August-Universität Göttingen nach, der den Fachausschuss, unterstützt von Dr. Susanne Bollmus aus gleichem Hause, zehn Jahre mit großem Engagement leitete. Als 2. Vorsitzender wurde Dr. Peter Jüngel von der Kurt Obermeier GmbH & Co. KG für eine weitere Amtszeit bestätigt; der auch Obmann des Fachausschusses 1 "Holz- und Brandschutzmittel" der Deutschen Bauchemie e. V. ist.

Auf der Sitzung wurden weiterhin die Grundsätze zur Arbeit des Fachausschusses diskutiert und verabschiedet. Zudem wurde beschlossen, den offiziellen Namen in "Deutscher Fachausschuss Holzschutz" zu ändern, um den Wirkungsbereich deutlicher herauszustellen.

Im Fachausschuss Holzschutz engagieren sich aktuell 20 Experten aus Forschung und Lehre, Wirtschaft, Behörden, Verbänden sowie Sachverständige, um im deutschsprachigen Raum den Holzschutz zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und damit die Verwendung von Holz im Außenbereich zu fördern. Wichtigste Aufgabe ist die Organisation der Deutschen Holzschutztagung, die seit 1954 im meist zweijährigen Rhythmus stattfindet. Der Fachausschuss führt seit 2011 die Arbeit der ehemaligen Deutschen Gesellschaft für Holzforschung (DGfH) auf diesem Gebiet fort.

Kontaktdaten zu allen Mitgliedern und Informationen zur Holzschutztagung finden sich auf der kürzlich aktualisierten Website des Fachausschusses www.holzschutztagung.de.


Recyclinggerechte Konstruktion von Funktionsbeschlägen

Dem Förderaufruf „Recyclinggerechte Verwendung von Holz bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe“ (FNR) folgend, hat das IHD gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung (HOFZET®) eine Projektskizze eingereicht. Thema des Projektes ist die Recyclinggerechte Konstruktion von Funktionsbeschlägen für Kastenmöbel.

Für die Fertigung moderner Kastenmöbel wie Schränke oder Truhen werden heute eine Vielzahl unterschiedlicher Bauteile und Materialien verwendet. Dadurch können die Funktionen des Möbels zuverlässig gewährleistet werden. Gleichzeitig wird jedoch das Recycling des Möbels erheblich erschwert, da die Bestandteile mit teuren Anlagen und aufwendigen Verfahren wieder getrennt werden müssen. Als einfachstes Beispiel lässt sich eine Schraube anführen, die zwei Holzbretter miteinander verbindet. In der Aufbereitung wird zunächst das Holz mit Mahlwerken aufgebrochen und die Metallteile anschließend mit Magneten oder Wirbelstromabscheidern getrennt. Daher sind, aus Sicht des Recyclings, Möbel aus Vollholz und Naturmaterialien mit möglichst geringen Mengen von Metallen und anderen holzfremden Materialien am leichtesten wiederverwertbar.

Während für einfache Beschlags- und Verbindungselemente wie Schrauben alternative Lösungen (z. B. Holznägel) bestehen, gilt dies nicht mehr für die typischerweise aus Metall gefertigten Scharniere. Hier setzt unser Projekt an, mit dem wir ein Scharnier entwickeln wollen, das einerseits möglichst einfach recycelbar ist und andererseits alle sonstigen Anforderungen eines konventionellen Möbelscharniers erfüllt.

Basis des neuen Scharniers ist ein aus Naturmaterialien gefertigtes Textil. Derartige Textilscharniere sind nicht neu, bisher jedoch mit den Möbeln fest verklebt und können die Einstellbarkeit eines Metallscharniers somit nicht nachbilden. Im Projekt wird daher ein Mechanismus aus Holz entwickelt, der das Textil spannen kann und somit eine Einstellbarkeit realisiert. Weiterhin wird untersucht, inwiefern sich Textilien eignen, um andere Bauteile wie Türdämpfsysteme zu ersetzen. Dazu wird dem Textil ein „Formgedächtniseffekt“ verliehen. Dieser wird während der Fertigung im Textil erzeugt und beruht auf unterschiedlichen Spannungsverhältnissen in den Textillagen. Infolge dieser Spannungsunterschiede verkrümmt sich das Material in einer vorher festgelegten Weise und kann somit dazu eingesetzt werden, Türen zuzuhalten oder sanft zu schließen.

Der Beginn des Forschungsvorhabens ist Anfang des nächsten Jahres angesetzt.


EPH kooperiert mit SATRA in UK im Rahmen der UKCA-Kennzeichnung

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist die britische UKCA-Kennzeichnung (UK Conformity Assessed) für Bauprodukte zum 1. Januar 2021 in Großbritannien rechtsgültig geworden. Diese beruht auf Designated Standards, die die gleiche Rechtsgrundlage wie harmonisierten Normen für die CE-Kennzeichnung haben und für Bauprodukte in UK und Nordirland anzuwenden sind.

Bis zum 31. Dezember 2021 ist eine gleichberechtigte CE- und/oder UKCA-Kennzeichnung zulässig. Danach ist nur noch die UKCA-Kennzeichnung möglich. Dafür hat das EPH als Europäisch Notifizierte Prüf- und Zertifizierungsstelle für seine Kunden in der Fußbodenbranche mit dem SATRA Technology Centre Ltd eine in UK notifizierte Stelle als Partner akquirieren können, die ebenfalls auf dieses Produktsegment spezialisiert ist und UKCA-Zertifikate auf Basis von EPH-Dokumenten ausstellen kann. Dies betrifft Produkte, die über eine CE-Kennzeichnung auf Basis der harmonisierten Normen EN 14041/EN 14342 oder EN 14904 im System 1 oder 3 verfügen.


3. Platz beim 27. Sächsischen Preis für Umformtechnik 2021

Jost Zubrytzki, Absolvent der Hochschule für Technik und Wirtschaft im Studienfach Produktionstechnik, wurde beim 27. Sächsischen Preis für Umformtechnik für seine vom Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) betreute Diplomarbeit zum Thema: „Untersuchungen zum Verdichten von Birkenfurnier und deren Einfluss auf ausgewählte Festigkeitseigenschaften“ mit dem 3. Platz ausgezeichnet.

Seit 1995 wird jährlich zur Förderung innovativer Leistungen des wissenschaftlich – technischen Nachwuchses auf dem Gebiet der Umformtechnik der Dr.-Rolf-Umbach-Preis ausgelobt und vergeben.

Die Preisverleihung fand in diesem Jahr virtuell im Rahmen der 27. Sächsischen Fachtagung Umformtechnik zum Thema „Beiträge der Umformtechnik für eine nachhaltige Mobilität“ statt.

Die Grundlage seiner Diplomarbeit beruht auf einem Patent von Dr.-Ing. Wilhelm Klauditz. In diesem Patent wird ein Verfahren beschrieben, bei dem Pappelfurnier chemisch behandelt, rein kaltverdichtet und abschließend getrocknet wird. Dieses Verfahren wurde im Rahmen seiner Diplomarbeit am IHD erfolgreich nachgestellt. Unterstützung erhielt er dabei durch Kollegen aus dem Fachgebiet Chemie (Sebastian Kniep, – chemischer Aufschluss und Verfahren, Dr. Martin Fischer - Bereitstellung der Grundlagenliteratur), dem Fachgebiet Werkstoffe (mit seiner Pressentechnik und dem Fachwissen), sowie dem Fachgebiet Physik (Frau Faust – Prüfung Probenmaterial, Frau Bogatzki – Anmischen der Lauge, Herr Feuersenger – fachliche und praktische Betreuung) des IHD. Seitens der HTW stand Herr Prof. Dr.-Ing. Lutz Lachmann vom Fachbereich Produktionstechnik Herrn Zubrytzki im Rahmen der Bearbeitung seines Themas zur Seite. Dass das Verfahren bzw. deren Modifikation erfolgreich war, zeigte sich am erhaltenen Material in Form

  • einer Überführung des inhomogenen in ein annähernd homogenes Holzgefüge,
  • der erheblichen Steigerung der Zugfestigkeit um mehr als das Dreifache sowie in der
  • Erhöhung der Biegefestigkeit um rund 50 %.

Zusätzlich wies das modifizierte Material eine signifikante Steigerung seiner Flexibilität und Biegsamkeit auf. Im Rahmen der Diplomarbeit konnte in das Material während des Verdichtens erfolgreich eine Wellengeometrie eingebracht werden. Weiterhin konnte die Zugfestigkeit des Birkenfurniers durch die Modifikation stark erhöht werden, wodurch es jetzt mit einer Reihe an metallischen und nichtmetallischen Werkstoffen konkurrieren kann.


Neue Thermodesorptions-Gaschromatographie-Kombination am IHD

Dank einer Förderung des SMWA konnte das IHD kürzlich seinen analytischen Gerätepark um eine Thermodesorptions-Gaschromatographie-Kombination mit massenspektrometrischem Detektor (TDS-GC-MS) erweitern.

Durch das neue Gerät erhöht sich einerseits der Probendurchsatz bei der Analytik flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) aufgrund kürzerer Zykluszeiten und Analysenverschachtelung, andererseits erfolgt ein Wegfall kostenintensiver Flüssigstickstoffkühlung durch verbesserten und flexibleren Aufbau der Kühlfallenarchitektur mit Peltierkühlung. „Durch die Neuanschaffung können wir unsere Prüfungen effektiver gestalten, höhere Empfindlichkeiten realisieren, was uns natürlich auch in der Forschung voranbringt“, so Prof. Dr. Mario Beyer, Ressortleiter Chemie/Umwelt am IHD.

Flexiblere Einsatzmöglichkeiten in der Forschung basierend auf der frei wählbaren Kombination von Adsorptionsbetten und Kühlfallenfüllungen sowie die Möglichkeit der Rückgewinnung bereits desorbierter Raumluftproben für Methodenoptimierungen sind weitere Vorteile des neuen Gerätes.

Ansprechpartner im IHD:
Enrico Zönnchen (+49 351 4662 217, enrico.zoennchen@ihd-dresden.de)


14. Holzwerkstoffkolloquium - Call for Paper

Das IHD ruft zum Call for Papers für das 14. Holzwerkstoffkolloquium, dem Branchentreffen der europäischen Holzwerkstoffhersteller und deren Partner, am 9. und 10. Dezember 2021 in Dresden auf. Einreichungen von Abstracts sind bis 3. Juni 2021 möglich!

Fast alle mit der Bearbeitung von Holz befassten Industrien haben die virusbedingt schwierigen Zeiten erfreulich gut überstanden, sie konnten der Pandemie trotzen. Möglich wurde dies, weil viele Nutzer in Krisenzeiten auf nachhaltige Materialien, mithin auch auf Holzwerkstoffe, zurückgegriffen haben, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Im Kreislauf hergestellte Holzwerkstoffe konnten liefern, was in dieser Zeit gefragt war: Saubere, nachwachsende Rohstoffe, gute, gesunde Performance und eine gesicherte, hohe Qualität.

Unter dem Motto „Alles beim Alten – Holzwerkstoffe krisenfest“ rufen wir Sie zur Einreichung von Vorträgen zu den angeführten Themenschwerpunkten auf und bitten, wie in den letzten Jahren auch, um Kurzbeiträge unserer jungen Wissenschaftler – der Zukunft der innovativen deutschen Holzwerkstoffindustrie.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.ihd-dresden.de/de/veranstaltungen/veranstaltungsdetailseite/holzwerkstoffkolloquium/.


Veranstaltungsankündigung


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Newsletter#20 12/2020

Flammschutzmittel direkt aus dem Holz?

Hohe Brandschutzanforderungen beispielsweise im Holzbau, Innenausbau oder Fahrzeugbau erfordern den Einsatz von Flammschutzmitteln, um die flammhemmenden Eigenschaften der in diesen Verwendungsbereichen meist als normal entflammbar eingestuften holz- und kunststoffbasierten Materialien zu verbessern.

Aufgrund einer zunehmend kritischeren Bewertung konventioneller Flammschutzmittel im Hinblick auf deren ökologische und toxikologische Eigenschaften sowie vor dem Hintergrund einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Materialentwicklung wird aktuell verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, umweltfreundliche Flammschutzlösungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln und somit konventionelle Flammschutzmittel zu ersetzen. Aber wie kann nun Holz beim Flammschutz helfen? Bekannt ist bereits, dass einige inhaltsstoffreiche Baumarten (z. B. Kiefer- und Eichenarten) feuerbeständiger sind als andere Hölzer. Es wird vermutet, dass der flammhemmende Charakter u. a. durch die im Holz und insbesondere in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe und andere polyphenolische Inhaltsstoffe verursacht wird.

Ziel eines Forschungsprojektes im IHD ist daher die Entwicklung biobasierter Flammschutzlösungen auf Basis von Holz- und Rindenextraktstoffen, die einem umweltverträglichen und nachhaltigen Brandschutz von Holz und holzbasierten Materialien dienen sollen. Das geplante Vorhaben führt zu völlig neuartigen Nutzungskonzepten von bis dato stofflich kaum verwerteten Holz- und Rindenbestandteilen und zur Entwicklung neuartiger Flammschutzformulierungen für Holz und holzbasierte Materialien.

Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Verfahren zur Gewinnung bzw. Isolierung der Inhaltsstoffe, der Ermittlung von deren Struktur-Eigenschaftsbeziehungen und der Untersuchung der Wechselwirkung dieser im Hinblick auf Materialverträglichkeit und Flammhemmung.

Ansprechpartner im IHD:
Dr. Lars Passauer
lars.passauer@ihd-dresden.de


Forschungs- und Entwicklungsprojekt SmartePflege startet

Innovative Produkte mit intelligenten Assistenzfunktionen könnten die Pflegeprozesse in der häuslichen Umgebung für die Pflegekraft erleichtern und den Pflegebedürftigen mehr Selbstständigkeit zu Hause ermöglichen.
Das USEability LAB am IHD startet nun ein vom BMWi gefördertes neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt zu diesem Thema.

Das Ziel dieses Projekts ist es, neuartige oder neu strukturierte Prozesse in der häuslichen Pflege zu beschreiben, in denen Produkte mit technischen Assistenzfunktionen in den Pflegeablauf unterstützend einbezogen werden können. Am Markt verfügbare Produkte aus den Bereichen Smart Home und Ambient Assisted Living sollen auf ihre Eignung zur Pflegeunterstützung hin untersucht und bewertet werden. Es soll eine Auswahl getroffen werden, welche Produkte mit intelligenter Assistenzfunktion und welche Gebäudesteuerungs- oder Assistenzsysteme einen Mehrwert in der Anwendung für Bewohner (Pflegebedürftige) und das Pflegepersonal bieten.

Durch die neu zu entwickelnden Pflegeabläufe können:

  • die Selbstständigkeit Pflegebedürftiger erhöht und der Hilfebedarf reduziert,
  • Belastungen für den Pflegebedürftigen (Sturzgefahr, Verletzungsgefahr) reduziert,
  • ergonomische Arbeitsbedingungen von Pflegenden (Arbeitsplatz- und Arbeitsumfeldgestaltung) verbessert und der notwendige Kraftaufwand reduziert,
  • die Aufgabenanzahl für Pflegende reduziert und
  • Ausstattungsvorgaben für typische Wohnsituationen bei häuslicher Pflege unter Einbeziehung von Produkten mit intelligenter Assistenzfunktion in Bestandsgebäuden erarbeitet werden.

Das Vorhaben erstreckt sich insgesamt über 30 Monate. Als Ergebnis sollen Beispiellösungen in Musterzimmern eingesetzt und überprüft werden. Es ist geplant, alle Ergebnisse während des Entwicklungsprozesses durch Probandentests zu verifizieren. Darüber hinaus soll die notwendige Vernetzung von Produkten mit intelligenter Assistenzfunktion und Gebäudesteuerungs- oder Assistenzsystemen, zugeordnet zu Pflegeschritten, dokumentiert werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den relevanten Informationsflüssen zwischen Systemen, Pflegenden und bei Bedarf auch Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen.

Es ist geplant, einen Gestaltungskatalog für typische Wohnsituation bei häuslicher Pflege unter Einbeziehung von Produkten mit intelligenter Assistenzfunktion für Bestandsgebäude vorzulegen. Darin soll eine Zuordnung geeigneter Produkte mit intelligenter Assistenzfunktion zu den relevanten Szenarien der häuslichen Pflege enthalten sein.

Das Projekt mit dem Kennzeichen 49MF 200084 wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Ansprechpartner im IHD:
Susanne Trabandt
susanne.trabandt@ihd-dresden.de

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Wärmereflektierende Holzbeschichtungen

Die deutsche Bundesregierung ist bestrebt, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.
Der Primärenergiebedarf soll dabei um 80 % vermindert und der verbleibende Energiebedarf überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Gleichzeitig ist mit einem erhöhten Energiebedarf zur Kühlung von Gebäuden zu rechnen, da eine Erhöhung der mittleren Jahrestemperatur von 2,1 K vorausgesagt wird. Der Bedarf nach innovativen Lösungen zur Verminderung der Gebäudeaufheizung durch solare Einstrahlung wird daher ansteigen.

Ein Ansatz zur Vermeidung der Aufheizung von Gebäuden ist es, die solare Wärmestrahlung unmittelbar beim Auftreffen auf das Objekt zu reflektieren. In Teilen Südeuropas werden aus diesem Grund seit jeher Steinhäuser weiß gestrichen, um die Wärmestrahlung zurückzuwerfen und so erträgliche Innenraumtemperaturen zu erhalten. Diesem Grundgedanken der Wärmereflexion folgend, existieren seit einiger Zeit Fassadenfarben, die spezielle IR‐reflektierende Pigmente enthalten. Aus dem Bereich des Holzbaus sind solche Beschichtungen, die Wärmestrahlung wirkungsvoll reflektieren können, nicht bekannt.

Ein aktuelles Forschungsprojekt hat die Entwicklung einer solchen IR-reflektierenden Holzbeschichtung für den Einsatz im Außenbereich zum Ziel. Primäres Ziel ist es, die Oberflächentemperatur durch Reflexion der IR-Strahlung zu verringern. Erwartet werden als sekundäre Effekte Verbesserungen des Langzeitverhaltens der Beschichtungen und des Holzes als Folge der reduzierten thermischen Belastung. 
In ersten Schritten wird das Verhalten verschiedener Pigmente bezüglich ihrer IR-reflektierenden Eigenschaften untersucht. Dazu werden die IR-Pigmente in unterschiedliche Bindemittel eingearbeitet und auf Holz appliziert. Zur Beurteilung der Reflexionseigenschaften wird die IR-Spektroskopie mit einem dafür geeigneten technischen Aufbau herangezogen. Als begleitende Information wird die Oberflächentemperatur der beschichteten Prüfkörper bei Auftreffen von Wärmestrahlung gemessen.

Neben den Reflexionseigenschaften müssen gängige Beschichtungseigenschaften erfasst und beurteilt werden. 
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der marktorientierten Forschung für den Mittelstand über das Innovationsförderprogramm INNO-KOM. Projektträger ist die EuroNorm GmbH.

Im Rahmen des Projektes werden auch studentische Arbeiten angeboten. Aktuelle Ausschreibungen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.ihd-dresden.de/fileadmin/user_upload/pdf/IHD/UeberUns/Karriere/Wissenschaftliche_Arbeiten/IR-reflektierende_Holzbeschichtung.pdf

Ansprechpartner für das Vorhaben „ThermoReflexWoodCoat“:
Dr. Tobias Meißner (IHD)
tobias.meissner@ihd-dresden.de


EPH erweitert Prüfkammerkapazität

Bedingt durch die zunehmende Nachfrage nach Prüfungen von Formaldehyd- und VOC-Emissionen aus verschiedenen Produkten wie Holzwerkstoffen, Fußböden, Möbeln und Beschichtungen hat das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie GmbH (EPH) in Dresden seine Prüfkammerkapazität deutlich erweitert.

Seit Oktober 2020 stehen zusätzlich 15 Edelstahlprüfkammern mit einem Volumen von je 0,225 m³ zur Verfügung. Die Anzahl der Prüfkammern liegt nunmehr bei insgesamt 92. Weitere Prüfkammern sind derzeit im Aufbau. Gegenwärtig wird eine 36 m³-Prüfkammer für Formaldehyd- und VOC-Prüfungen in Betrieb genommen. Das Unternehmen verspricht sich davon, u. a. die Vorlaufzeiten von Aufträgen für Emissionsprüfungen zu verkürzen, um zukünftig flexibler auf Kundenanfragen reagieren zu können. Das nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Prüflabor des EPH führt in seinem Laborbereich für Chemische Prüfungen u. a. Emissionsprüfungen nach nationalen und internationalen Regelwerken wie CARB/EPA, ChemVerbotsV, Blauer Engel und weitere für Kunden aus dem In- und Ausland durch. Zu-dem ist das EPH Lieferant von Prüfkammersystemen und Gasanalyseapparaturen für nationale und internationale Unternehmen.

https://www.eph-dresden.de/de/pruefgeraeteschulungen/pruefkammersysteme/



Das IHD veranstaltet vom 4. bis 5. November 2021 sein traditionelles Fußbodenkolloquium. Wir rufen hiermit zur Einreichung von Vorträgen zu den angeführten Themenschwerpunkten auf (Call for Papers).

Das Kolloquium wendet sich an Hersteller von Holz-, Kork-, MMF- und Laminatfußböden, deren Zulieferer, Händler, Fußbodenleger, Sachverständige und Wissenschaftler. Die Tagungssprache ist deutsch. Ausgewählte englische Beiträge sind willkommen.

Einsendeschluss für die Abstracts ist der 30. Mai 2021. Bei Fragen zu Einreichungen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Rico Emmler (E-Mail: rico.emmler@eph-dresden.de) oder Petra Schulz (E-Mail: petra.schulz@ihd-dresden.de)

Foto: © Hamberger Flooring GmbH & Co. KG


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#19 06/2020

Die Liebe zum Holz in Zeiten von Corona

Glücklicherweise ist Holz nicht prädestiniert für einen Virenbefall. So übersteht es als Material unbeschadet diese schwierige Zeit und stellt uns immer wieder vor interessante Fragen, deren Lösungen einen besseren Einsatz, eine Erhöhung der Effizienz bei der Verwendung dieser wertvollen Ressource oder neue Produktmöglichkeiten versprechen.

Für uns selbst ist es nicht ganz so einfach. Mit Ernst, mit Respekt, aber ohne Angst versuchen wir die Situation zu meistern. Eigentlich natürliche Dinge – Hygiene, Niesetikette (die Armbeuge vor den Mund!), Desinfektion und Abstand – bekommen ganz neue Bedeutungen und bestimmen unseren Alltag. Die Besinnung auf die jetzt notwendigen Regeln zeigt uns, wie teilweise sorglos wir damit umgegangen sind und wie glücklich die Zeiten ohne Pandemie eigentlich waren.

Und erst die neuen Techniken! Die Kollegen der IT sind die wichtigsten Helfer im IHD und verdienen fast schon Kilometergeld. Unsere Kollegen werden mit ihrer Hilfe zu Spezialisten im Umgang mit elektronischer Kommunikation – intern wie extern – und halten ganze Projekttreffen in virtuellen Räumen ab. Sie präsentieren, diskutieren, auditieren und prüfen rein elektronisch und „remote“, wie es so schön heißt, mit Kamera und Bildschirm. Auf der anderen Seite des Kabels sitzen Kollegen und Partner, die ihre Dokumente präsentieren und sich tapfer an die Netikette halten: Die Bandbreite muss geschont werden – wer nichts zu sagen hat, schaltet Mikro und Kamera aus. Der wichtigste Satz zurzeit: Bin ich zu hören, seht Ihr mich?

Wir sind für unsere Kunden und Partner da und zeigen Zuverlässigkeit in diesen Zeiten. Wir vermitteln eine neue Normalität und die Zusicherung, dass auch jetzt mit uns zu arbeiten ist. Dieses Bekenntnis und Versprechen ist auch für uns selbst wichtig und gibt uns Rückhalt.

Und ehrlich: Der Händedruck zur Begrüßung kann selbst durch beste Kameras oder dickstes Internet nicht ersetzt werden . Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er wiederkehren wird – fest, bestimmt und dann ganz sicher frisch gewaschen.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie am Holz.


Sächsische Industrieforschungsinstitute gemeinsam im Kampf gegen Corona

Medizinische Schutzausrüstung war in den letzten Wochen Mangelware. Zahlreiche Mitglieder der Sächsischen Industrieforschungsgemeinschaft e. V. (SIG) unterstützten je nach Ihren Möglichkeiten sächsische Krankenhäuser im Kampf gegen Corona.

Einige SIG-Institute, wie beispielsweise das ITW in Chemnitz, das ILK in Dresden, das Cetex und das STFI in Chemnitz sowie das IHD in Dresden, fertigen Bauteile für Gesichtsschutzmasken im 3D-Druckverfahren. An den 3D-gedruckten Maskenhaltern aus Kunststoff wurde händisch eine Folie und ein Gummiband befestigt und schon waren die Gesichtsmasken einsatzfähig. Die Masken wurden in den jeweiligen Regionen kostenfrei an Krankenhäuser und Altenheime verteilt. „So wurden bei uns im IHD ca. 60 Masken pro Tag hergestellt, die  Krankenschwestern und –pflegern der Uniklinik Dresden und anderen städtischen Kliniken sehr dankbar annahmen,“ berichtet Prof. Dr. Steffen Tobisch (Institutsleiter des IHD und Vorstandsvorsitzender der SIG). 

Um Stoffe für Mundschutze herzustellen, hat das STFI in Chemnitz seine Versuchsanlagen im Extrusionsvliesstoffbereich auf die Produktion von Feinfaservliesstoff (Meltblown) umgestellt und arbeitete teilweise bereits an der Kapazitätsgrenze. Neben mehreren sächsischen Unternehmen gehören Kunden in ganz Deutschland und zunehmend auch aus dem europäischen Ausland zu den Abnehmern.
Als sogenannte SMS-Struktur werden die Meltblown-Vliesstoffe im Verbund mit Spinnvliesstoffen zu Schutzmasken verarbeitet, die im Zuge der Covid19-Pandemie dringend benötigt werden. Weil das Material sehr gute Filterwirksamkeiten besitzt, konnten einige Abnehmer bereits für ihre Masken die FFP2-Qualität erreichen. Ganz aktuell wurde dem im STFI produzierten Vliesstoffverbund eine Bakterienfilterwirksamkeit von 99,5 % bestätigt.

Auch aus Freiberg gab es Unterstützung. Das FILK Freiberg beteiligte sich an der Entwicklung eines sogenannten „anspruchslosen“ Beatmungsgerätes. Prof. Dr.-Ing. Matthias Kröger vom Institut für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung an der Bergakademie Freiberg tüftelte in Zusammenarbeit mit der Grubenwehr der Reichen Zeche in Freiberg in Anlehnung an den Bergbau an einem einfachen Beatmungssystem, das alle wesentlichen Funktionen erfüllt, ohne Elektronik und elektrischen Antrieb auskommt und nur Druckluft oder Sauerstoff benötigt. Für die Prototypen, die bereits im Test sind, lieferte das FILK Freiberg Silicon basierte Elastomermembranen als Dichtungsmaterial.


11. Europäischer TMT-Workshop in Dresden - Neuer Termin

Der 11. Europäische TMT-Workshop, veranstaltet vom Institut für Holztechnologie Dresden (IHD), konnte aufgrund der aktuellen Einschränkungen nicht wie geplant im Mai stattfinden.

Neuer Termin ist nun der 3./4. Dezember 2020.

Der Europäische TMT-Workshop wird seit 2003 durch das IHD organisiert - einige Jahre nach der Markteinführung von thermisch modifiziertem Holz (TMT). In jenem Jahr fand auch erstmals die European Conference of Wood Modification (ECWM) statt. Beide Konferenzen können auf viele erfolgreiche Veranstaltungen zurückblicken. Voraussichtlich wird die kommende Veranstaltung der letzte eigenständige TMT-Workshop sein, da diese Veranstaltungsreihe 2022 mit der European Conference on Wood Modification (ECWM) zusammengeführt werden soll.

Mit dem Workshop sollen insbesondere Unternehmen unterstützt werden, mit thermisch modifiziertem Holz erfolgreich zu sein. Zur Zielgruppe gehören Anlagenhersteller, Thermoholzhersteller, Verarbeiter und der Holzhandel. Das ausführliche Programm und die Anmeldung finden Sie hier.

Die Konferenzsprache ist Englisch.


Neue Website der Fachzeitschrift holztechnologie

Recherche in 700 Fachartikeln möglich


Seit 6. Mai 2020 ist der neue Internetauftritt der Fachzeitschrift holztechnologie online. Nach einer umfangreichen technischen, optischen sowie inhaltlichen Überarbeitung präsentiert sich die Website www.holztechnologie.de in einem modernen Design.

Alle ab 2005 erschienenen Ausgaben und Fachbeiträge – versehen mit bibliographischen Angaben und Abstracts – sind übersichtlich dargestellt. Neben der optischen Verjüngung und der Verfügbarkeit in englischer Sprache stand vor allem die Einführung einer Recherchefunktion im Fokus. Ab sofort ist es möglich, in den ca. 700 Fachbeiträgen über verschiedene Filter nach Jahr, Ausgabe, Autor sowie Schlagworten zu recherchieren. Beiträge und komplette Ausgaben können direkt per Downloadfunktion als PDF-Datei angefordert werden.
Auf der neuen Website finden Sie weiterhin Informationen zu Abonnements und Probeabonnements sowie zu Mediadaten und Hinweisen für Autoren. Manuskripte und Themenvorschläge können gern bei der Redaktion (Chefredakteurin: Annett Jopien, annett.jopien@ihd-dresden.de) eingereicht werden.

Die von 1960 bis 1990 regelmäßig erschienene und 2005 neu aufgelegte wissenschaftlich-technische Zeitschrift erscheint sechsmal jährlich und berichtet interdisziplinär über Forschungs- und Entwicklungsergebnisse aus den Bereichen der Holzkunde, Holz- und Verbundwerkstoffe, Bindemittel, Holzvergütung und -bearbeitung, Oberflächentechnologie und Möbel. Aktuelle Informationen zu Tagungen und Messen, Fachpublikationen sowie Neuigkeiten aus der Branche und Wissenswertes aus Lehre und Weiterbildung runden das Spektrum ab. Alle Fachbeiträge sind von unabhängigen Gutachtern geprüft.
Herausgeber der Fachzeitschrift holztechnologie sind Prof. Dr. rer. nat. Steffen Tobisch vom Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH und Prof. Dr.-Ing. André Wagenführ vom Institut für Naturstofftechnik, Professur für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e. V. (DHWR) ist Pate der Zeitschrift.


Wieder erhältlich: Die IHD-Holzmustersammlung

Das IHD hat seine im letzten Jahr ausverkaufte Holzmustersammlung wieder neu aufgelegt. Ab sofort kann diese käuflich erworben werden.

Die Sammlung besteht aus 21 Holzartenmustern in den Abmessungen 140 mm x 70 mm x 10 mm. Im beiliegenden Informationsblatt werden die Herkunft der Baumarten und die Eigenschaften der Holzarten erläutert. Die Holzmustersammlung eignet sich ausgezeichnet als Lehrmaterial, als Hilfsmittel für Architekten, Baufachleute und Holzhändler sowie als Geschenk.

Hier gehts zur Holzmustersammlung.


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#18 01/2020

Wolfhorst Wehr verstorben

Am 5. Januar 2020 verstarb mit Dipl.-Holzwirt Wolfhorst Wehr, Träger des Bundesverdienstkreuzes, ein Gründungsmitglied des Trägervereins des Instituts für Holztechnologie Dresden e. V. Herr Wehr war seit 1992 Mitglied des Trägervereins, wirkte bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2006 als Vorstandsmitglied, von 1995 bis 1998 als Vorstandsvorsitzender. Wolfhorst Wehr führte den Vorstand mit Herz und Seele.

Seine jahrelangen Erfahrungen als Geschäftsführer der Verbändegemeinschaft Wiesbaden, bestehend aus dem Verband der Deutschen Büromöbelindustrie e.V., dem Fachverband der Sitzmöbel- und Tischindustrie e.V. sowie dem Bundesverband der Deutschen Bürsten- und Pinselindustrie e.V., kamen dem Institut sehr zugute. In seinen aktiven Jahren beriet er das IHD in Personalfragen zu Haushaltplänen, zur Forschungskonzeption sowie zum Marketing. Weiterhin unterstützte er die Fachveranstaltungen und Messeauftritte des Instituts. Gerade in den Jahren der Gründung und Neuausrichtung des IHD nahm Wolfhorst Wehr in allen Fragen zur Existenz und zur Sicherung des Stabilisierungsprozesses des IHD eine überzeugend konsequente Haltung ein. So diente die von ihm angeregte erste Satzungsänderung des Trägervereins der Stärkung des Vorstandes und einer guten Führung des Institutes. Auch bei der schwierigen Bestandswahrung und den Klärungsgesprächen mit der Treuhand war er durch seine unerschütterliche Haltung stets helfend an der Seite des IHD.

Im Rahmen seiner Geschäftsführertätigkeit in der Verbändegemeinschaft Wiesbaden verbreitete er die vom IHD erarbeiteten Leistungsangebote für die einzelnen Branchen der Holz- und Möbelindustrie und warb erfolgreich um Neukunden für das Qualitäts- und Umweltmanagement und für die Zertifizierung der Unternehmen durch das IHD. Er wies immer wieder auf die Bedeutung des Institutes bezüglich der Vergabe von CE-Zeichen für Kinderspielsachen und Kindermöbel sowie auf die Sicherheitsprüfungen bei Büro- und Kindermöbeln hin. Erst durch die von Wehr veranlasste Kofinanzierung des vom IHD herausgegebenen „Umwelthandbuch Holzwirtschaft“ durch den Verband der Büromöbelindustrie konnte dieses Projekt 1995 realisiert werden.

Wolfhorst Wehr war sehr interessiert an den Fortschritten des IHD und überzeugte sich selbst durch Besuche im Institut und Gespräche mit den Mitarbeitern. In diesem Zuge weihte er beispielsweise das Mykologische Labor im Institut ein.

Das IHD verliert mit Wolfhorst Wehr einen seiner Vordenker und Förderer und betrauert diesen großen Verlust. Wir werden Wolfhorst Wehr ein ehrendes Gedenken bewahren und die Arbeit in seinem Sinne fortsetzen.


Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Verhaltens von temperatursensiblen MMF-Bodenbelägen - HotSpot

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Deformationsverhaltens elastischer und MMF-Bodenbeläge bei HotSpot-Erwärmung. Aktuelle Verfahren zur Messung des thermischen Dimensionsverhaltens bewerten das Materialverhalten an kleinen Proben ohne Verbindungselemente und bei anderer Wärmeeinwirkung. Die Herausforderung für ein neues Verfahren sind die Produktvielfalt und die partielle Oberflächenerwärmung unter Berücksichtigung aller Einflüsse.

 1. Ausgangssituation

Elastische Bodenbeläge mit Klickverbindungen haben heute durch diverse Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten von Rezepturen der Bindemittel, Schichtaufbauten und Oberflächendesigns eine große Produktvielfalt erreicht. Die Basis dieser Bodenbeläge liegt in Polymeren wie PVC, PO (Polyolefinen), synthetischem Kautschuk bzw. Naturkautschuk oder chlorfreien Thermoplasten. Im Allgemeinen zeichnen sich diese Produkte durch sehr gute mechanische und chemische Beständigkeit, eine mögliche antistatische Ausstattung, eine trittfeste Verlegung, die Möglichkeit einer wasserfesten Verlegung und eine gute Brandklasse aus. Neben der Empfindlichkeit gegenüber Lösemitteln sind die Temperaturempfindlichkeit und die sich daraus ergebenden thermisch induzierten Deformationen jedoch ein Nachteil der elastischen Bodenbeläge mit Klickverbindung.

2. Stand der Technik

Zur Sicherung der Produktqualität in Bezug auf das thermische Verhalten dieser elastischen Bodenbeläge wird die Dimensionsstabilität nach EN ISO 23999 geprüft. Bei diesem Prüfverfahren werden die Maßhaltigkeit und die Schüsselung der Materialien ermittelt, nachdem Proben (240 mm x 240 mm) auf einer Stahlplatte bei 80 °C im Wärmeschrank über 6 h gelagert werden. In der Praxis kann eine partielle thermische Belastung verlegter Flächen auch durch Sonnenbestrahlung (HotSpot) von oben erfolgen. In diesem Fall ist die thermische Materialbelastung eine andere und folglich auch die daraus resultierenden Materialreaktionen. Vergleichende Voruntersuchungen zeigten keine prinzipielle Übereinstimmung der Ergebnisse aus dem Normverfahren und an einer partiell thermisch belasteten Bodenbelagsfläche (verlegt ca. 2,00 m x 2,30 m, bestrahlt ca. 1,00 m x 1,00 m).

3. Forschungsbedarf

Daraus ableitend ist das Ziel des Projekts die Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Deformationsverhaltens elastischer Bodenbeläge mit Klickverbindung bei HotSpot-Erwärmung. Zu beachten sind hierbei u. a. die praxisnahe Oberflächentemperatur, ein realistischer Messablauf bestehend aus Aufheizrate, Haltezeit der Oberflächentemperatur und Abkühlzeit sowie eine sichere Erfassung und Bewertung des Deformationsverhaltens des Bodenbelags.


11. Europäischer TMT-Workshop in Dresden

Programm nun veröffentlicht


Am 14. und 15. Mai 2020 veranstaltet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) den 11. Europäischen TMT-Workshop. Der Workshop soll vor allem die Unternehmen unterstützen, mit thermisch modifiziertem Holz (TMT) wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Zielgruppe sind insbesondere Anlagenhersteller, Thermoholzhersteller, Verarbeiter und der Holzhandel.

Der Europäische TMT-Workshop wird seit 2003 durch das IHD organisiert und auch die European Conference of Wood Modification (ECWM) fand in jenem Jahr erstmals statt. Beide Konferenzen können heute auf viele erfolgreiche Veranstaltungen zurückblicken. Nach aktuellen Plänen wird es 2020 der letzte eigenständige TMT-Workshop sein, da geplant ist, diese Veranstaltungsreihe 2022 mit der European Conference on Wood Modification (ECWM) zusammenzuführen; Tagungsort soll daher ebenfalls Dresden sein. Sie sind herzlich eingeladen, am 11. TMT-Workshop teilzunehmen.

Die Konferenzsprache ist Englisch.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

Bei einer Anmeldung bis zum 16. März 2020 gilt ein Frühbucherrabatt.


12. Fenster- und Türenkolloquium 2020 in Dresden

Programm online


Am 27. Februar 2020 laden das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) und das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie (EPH) zum 12. Fenster- und Türenkolloquium nach Dresden ein.

Die Themen der Veranstaltung reichen von interessanten Tipps zur Montage von Fenstern, der Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses über Glas im Bauwesen nach DIN 18008-4 bis hin zu ersten Forschungsergebnissen zum Projekt „Hauseingangstüren mit Hochwasserschutzfunktion“ sowie einem Vortrag zum Wandel im Fensterbau. Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, an Vertreter der Forschung sowie an Sachverständige und bietet Raum für fachliche Diskussionen sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch untereinander.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.


Goldmedaille für Projekt „Sensorpolsterung“

Vom 31. Oktober bis 3. November 2019 fand in Nürnberg die 71. Internationale Fachmesse Ideen – Erfindungen – Neuheiten (iENA) statt, bei der sich erstmalig das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) mit seinen Partnern, dem STFI Chemnitz und der MFPA Weimar, präsentierte. Vorgestellt wurde das gemeinsame Forschungsprojekt „Sensorpolsterung“, in dessen Rahmen eine auf kostengünstigen Komponenten basierende faseroptische Sensorauflage zur Unterstützung der Pflege hilfsbedürftiger Menschen entwickelt wurde.

Höhepunkt der Messe war die iENA-Medaillenverleihung, bei der die vielversprechendsten Ideen, Erfindungen und Neuheiten geehrt wurden. Eine Fachjury nahm an den ersten beiden Messetagen alle rund 800 Erfindungen unter die Lupe und bewertete diese in einem Expertengremium. In der Kategorie Erfindungen Universitäten/Forschungseinrichtungen wurde der entwickelten Sensorauflage die Goldmedaille zuerkannt. Mit der Ehrung wurden Lars Blüthgen (IHD), Jens Wiedemann (IHD), Dr. Michael Kuhne (MFPA Weimar), Alexander Ulanov (MFPA Weimar), Bernd Müller (MFPA Weimar) sowie Elke Thiele (STFI) für Ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet.

Das der Entwicklung zugrundeliegende Forschungsvorhaben mit dem Titel „Entwicklung eines flächigen Bewegung, Feuchte und Temperaturerfassenden Systems mit Notruffunktion zur Integration in Möbelkonstruktionen – Sensorpolsterung“ wurde vom BMWi unter dem Kennzeichen 18482 BR/1 gefördert. Die Koordination des IGF-Projektes erfolgte durch die AiF-Forschungsvereinigung Trägerverein Institut für Holztechnologie Dresden e. V. (TIHD).


Ausgebuchtes 13. Holzwerkstoffkolloquium

Am 12. und 13. Dezember 2019 begrüßte das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) über 180 Fachleute zum 13. Holzwerkstoffkolloquium in Dresden. Zahlreiche Vertreter aller namhaften Holzforschungsinstitutionen des deutschsprachigen Raumes sowie Industrievertreter verfolgten interessiert die insgesamt 22 Fachvorträge.

Das Thema der diesjährigen Veranstaltung hieß „Vernetzen“. Dies zog sich nicht nur durch die Vorträge, sondern auch durch die diversen Pausen, die intensiv für Austausch und Vernetzung genutzt wurden
„Die Veranstaltung ist bis auf den letzten Platz ausgebucht, die Stimmung ist gut, man fühlt sich wie auf einem großen Klassentreffen.“, so Prof. Dr. Steffen Tobisch, Institutsleiter des IHDs. Prof. Tobisch begrüßte die Teilnehmer im Konferenzzentrum des IHD und dankte den zahlreich erschienenen Gästen und Sponsoren, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.
Dr. Detlef Krug (IHD), der Tagungsleiter und Moderator des ersten Veranstaltungstages, stellte das Thema der Veranstaltung „Vernetzen“ in den Fokus. Dieses Thema spielt für Menschen und Technologien im Zeitalter der Digitalisierung auch in der Holzwerkstoffindustrie eine herausragende Rolle. Das „Vernetzen“ von neuen Rohstoffen und Bindemitteln im Werkstoff selbst sichert die Einhaltung aktueller gesundheitlicher Anforderungen sowie eine Akzeptanz bei Planern und Verbrauchern. Die hervorragende Industriebeteiligung kommt dadurch zum Ausdruck, dass mehr als zwei Drittel der insgesamt 190 Teilnehmern aus der Holzwerkstoff-, der Klebstoff- und Zuliefererindustrie sowie aus dem Maschinen-, Anlagen- und Messgerätebau kamen.

Den fachlichen Teil der Vorträge eröffnete Herr Florian Zeller (GD Holz), der zum aktuellen Thema Europäischer Binnenmarkt vs. nationale Alleingänge am Beispiel Formaldehyd und VOC – Wie passt das zusammen? referierte. Für Zeller ist klar, dass eine rein deutsche Regelung in einem Europäischen Binnenmarkt herzlich wenig bringt und eine einheitliche europäische Regelung schnellstmöglich beschlossen werden muss. Harald Schwab stellte in seinem Vortrag die Konsequenzen der Revision des Eurocode 5 auf die Normierung von Holzwerkstoffen dar und betonte: „Der Eurocode und die harmonisierten Produktnormen müssen zukünftig eine Sprache sprechen.“

Am ersten Veranstaltungstag wurden danach unter anderem die neuesten Erkenntnisse zu den Themen „Automatisierte Bestimmung der Formaldehydemission aus Holzwerkstoffen“, „Einfluss der Kaltklebrigkeit auf die Vernetzung von UF-Harzen“ sowie zu „Bindemitteleinsatz und Mahlplattenentwicklung in der Herstellung von Holzfaserdämmstoffen“ präsentiert. Am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages kam wieder der wissenschaftliche Nachwuchs zu Wort. Sieben junge Wissenschaftler stellten ihre derzeitigen Arbeiten in Kurzvorträgen vor - das Publikum durfte dann seine Favoritin bzw. seinen Favoriten wählen. Den ersten Preis erhielt Torben Marhenke (Leibniz Universität Hannover) mit seinem Kurzbeitrag zum Thema „Neuartige, zerstörungsfreie Bestimmung von Querkontraktionszahlen“. Der zweite bzw. dritte Platz gingen an Pouria Rezaee (Universität Hamburg) und Sebastian Siwek (Technische Universität Dresden).

Der rege Erfahrungsaustausch wurde natürlich zur traditionellen Abendveranstaltung, in diesem Jahr erstmalig im Lingnerschloss, gemütlich fortgesetzt.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages, der von Prof. Dr. Steffen Tobisch (IHD) moderiert wurde, veranschaulichte Per Berggren seine sehr abwechslungsreich vorgetragenen Vorstellungen über eine aufwändige, hochautomatiserte Möbelfertigung bei IKEA. Erkennbar schreitet IKEA voran und wird Anfang 2020 in Polen eine erste, mehr oder weniger vollständig digitalisierte Möbelproduktion in Betrieb nehmen, nächste Betriebe sollen zeitnah folgen.
Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde, deshalb durfte es auch beim diesjährigen Holzwerkstoffkolloquium nicht fehlen. Jochen Kamm und Daniel Schwartze (Dieffenbacher GmbH) berichteten über Erfahrungen, Fallstricke und best practice-Beispiele bei Recycling, Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Althölzern zur fertigen Holzwerkstoffplatte. Sie stellten dar, was der Begriff Altholz eigentlich bedeutet, welche Kategorien es gibt und wie es in die verschiedenen Bestandteile zerlegt werden kann. Anschließend erklärte Dr. Thomas Schneider in seinem Vortrag, wie man die Verleimbarkeit von Recyclingfasern durch das Auswaschen der Fasern und somit der Entfernung der Abbauprodukte deutlich verbessern und damit die Plattenqualität steigern kann.

Beim Baumpflegeschnitt entstehen zahlreiche Abfälle. Philipp Lüssenhop und Dr. Ina Körner (Technische Universität Hamburg) präsentierten Ergebnisse aus ihrem Projekt zu Landschaftspflegeholz als Bioressource zur stofflichen Verwendung.

Weiterhin informierten Friedemann Diehl (Hochschule Rhein-Main) über die Weiterentwicklung von Bauteilen aus mehrlagig verklebten OSB, Peter Stuckenberg (IHD) zu Inline-Messverfahren zur Charakterisierung der Fasermorphologie, Dr. Dirk Grunwald (Huntsman BVBA) zu Spanplatten mit reiner MDI-Verklebung und Dr. Christoph Wenderdel (IHD) zum Kriechen von WPC.

Die hohe Teilnehmerzahl und die Diskussionsfreude des Auditoriums zeigten das Interesse an den präsentierten Themen und lassen den Veranstalter auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken. Das nächste Holzwerkstoffkolloquium ist für den 16./17. Dezember 2021 geplant.


HPL-Kompendium online verfügbar

Mit dem HPL-Kompendium hat der proHPL Verband erstmals ein umfassendes Handbuch über die Materialität, die Verarbeitung und die vielseitige Anwendbarkeit dieses hochwertigen Werkstoffes erstellt. Spätestens durch die Lektüre dieses Buches wird deutlich, das HPL genau das bieten kann, was heute viele Architekten, Handwerker und letztlich Endverbraucher von einer modernen Oberfläche erwarten.

Nach der erfolgreichen Vorstellung des HPL-Kompendiums im Mai 2019 auf der interzum, der Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau in Köln, steht das kompakte Wissen seit Mitte letzten Jahres auch jedem Interessierten online über die proHPL Website als pdf-Version zur Verfügung.

Auf Anhieb hat das HPL-Kompendium innerhalb und außerhalb der proHPL Fachgruppe des pro-K Industrieverbandes bereits viel Beachtung und Zuspruch erfahren. Mit dem HPL-Kompendium unterstreicht die Fachgruppe die Bedeutung des Materialsystems HPL für Praktiker und Architekten, Lehrende und Auszubildende. Das Handbuch liefert auf über 170 Seiten einen praxisnahen Überblick über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des bewährten Oberflächenmaterials.

Mit dem Ziel, die Weitergabe von langjährigem Erfahrungswissen des HPL-Materialsystems noch stärker zu annoncieren und weitere Interessenten außerhalb der proHPL Fachgruppe und des pro-K Verbandes zu erreichen, ist das HPL-Kompendium auch als pdf-Version erhältlich. Das vollständige HPL-Kompendium kann online über die proHPL Website www.pro-hpl.org bestellt werden.

proHPL ist eine Fachgruppe des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V.


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#17 09/2019

Holzwerkstoffbranche trifft sich in Dresden

Programm veröffentlicht


Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) veranstaltet am 12. und 13. Dezember 2019 das 13. Holzwerkstoffkolloquium in Dresden. Das mit 16 Fachvorträgen und sechs Kurzbeiträgen junger Wissenschaftler gut gefüllte Programm steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vernetzen“.

Das Vernetzen von Menschen und Technologien spielt im Zeitalter von Industrie 4.0 eine herausragende Rolle für die Holzwerkstoffindustrie, die längst global aufgestellt ist und damit bereits vor Ort auf weltweite Entwicklungen reagieren muss. Nur durch die Verbindungen der Technologen mit den Zulieferern, mit den Abnehmern sowie mit den regulierenden Behörden und Normungsgremien bleiben wirtschaftlicher Erfolg und Markterhalt möglich. Das Vernetzen von neuen Rohstoffen und Bindemitteln im Werkstoff selbst sichert die Einhaltung von aktuellen gesundheitlichen Anforderungen und die Akzeptanz bei Planern und Verbrauchern.
Das 13. Holzwerkstoffkolloquium thematisiert diese Herausforderungen für die Holzwerkstoffherstellung und regt an, unter dem Motto „Vernetzen“ neue Ideen und Entwicklungen aus den Bereichen Werkstoffe und Produkte, Technologien sowie Umwelt und Gesundheit zu diskutieren.
Zwei Vortragstage im Konferenzzentrum des IHD und die traditionelle Abendveranstaltung bieten Gelegenheit zum intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Raum für Diskussionen und zur Kontaktpflege mit Partnern und Kollegen aus der deutschen und europäischen Branche.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen stehen für Sie unter www.ihd-dresden.de zum Download bereit.

Bei einer Anmeldung bis zum 13. Oktober 2019 gilt ein Frühbucherrabatt!


11. Europäischer TMT-Workshop in Dresden

Call for Papers


Am 14. und 15. Mai 2020 veranstaltet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) den 11. Europäischen TMT-Workshop.

Der seit 2003 stattfindende Workshop hat sich zum Ziel gesetzt, die Unternehmen dabei zu unterstützen, mit thermisch modifiziertem Holz wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Zielgruppen sind insbesondere Anlagenhersteller, Thermoholzhersteller, Verarbeiter und der Holzhandel.
Nach aktuellen Plänen wird dies der letzte eigenständige TMT-Workshop sein, da diese Veranstaltungsreihe 2022 mit der European Conference on Wood Modification (ECWM) zusammengeführt werden soll.

Weitere Informationen und Themenschwerpunkte sowie den Call for Papers finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

Das detaillierte Programm wird Anfang 2020 veröffentlicht.


Analytik Jena Science Award zeichnet herausragende wissenschaftliche Publikationen aus

Am 27. Juni wurde Natalie Rangno vom Institut für Holztechnologie Dresden der Analytik Jena Science Award 2019 für das „Beste wissenschaftliche Paper im Bereich Molekularbiologie“ verliehen. Mit diesem besonderen Preis prämiert Analytik Jena anlässlich der Analytik Jena Days 2019 erstmals wissenschaftliche Publikationen, in denen besonders herausfordernde Applikationen mit Analytik Jena-Produkten gelöst wurden.

Natalie Rangno und ihre Kollegen Stefanie Kath, Prof. Björn Weiß, Kordula Jacobs und Dr. Wolfram Scheiding untersuchten in einem Forschungsprojekt die Bedeutung automatisierter DNA-Extraktion für die Diagnostik von holzzerstörenden Pilzen im Bereich des Holz- und Bautenschutzes. Da die vorhandenen Extraktionssysteme für Pflanzen, Hefen oder Bakterien aufgrund der mangelnden Quantität und schlechten Qualität der extrahierten DNA ungeeignet sind, wurden verschiedene Protokolle für die Aufreinigung von Pilz-DNA aus Holzproben optimiert und auf einem automatischen Extraktionssystem erfolgreich getestet. Als Ergebnis der Arbeiten entstand ein automatisiertes Extraktionsverfahren mit der Aufreinigungschemie und der automatisierte Plattform Innupure C16 von Analytik Jena, das es ermöglicht, Pilz-DNA aus Praxisproben zu isolieren und anschließend für eine LCD-Array-Diagnostik zu nutzen. Veröffentlicht wurde die Publikation „LCD-Array-Technologie für die Diagnostik holzzerstörender Pilze; Teil 1: Verfahren zur automatisierten Extraktion der Pilz-DNA aus Holz- und Baustoffproben“ in der Holztechnologie 57 (2016) 6.

Auf den Analytik Jena Days, dem Experten- und Anwenderkongress für Kunden, Partner, Medienvertreter und Mitarbeiter, diskutierten ca. 150 Experten vom 26. bis zum 27. Juni 2019 neueste Technologietrends und Zukunftsthemen in der Laboranalyse.


Kontinuierliche Furnierimprägnierung

Ausgangssituation und Zielstellung:
Der Werkstoff Furnier ermöglicht hinsichtlich der nutzbaren Holzfläche einen äußerst sparsamen Einsatz von Hölzern. So können bis zu 1000 Quadratmeter Furnierfläche aus einem Kubikmeter Holz mit Hilfe verschiedener Aufbereitungsverfahren wie dem Messern oder Schälen erzeugt werden. Jedoch konkurriert der Werkstoff mit der Dekorindustrie, welche die Furniere immer perfekter imitiert

In der Länge gefügte Rohfurniere mit einer rückseitigen Vliesbeschichtung, so genannte vlieskaschierte Furniere, werden als Rollenware angeboten. Sie gewährleisten infolge der stabilisierenden Funktion der Vliese mehrdimensionale Verformungen und eine unkomplizierte Weiterverarbeitung, z. B. das Verleimen mit dem Trägersubstrat auf Ummantelungsanlagen. Aufgrund dessen konnte sich die industrielle Anwendung vlieskaschierter Furniere im Interieurbereich von Automobilen, im Möbel- sowie Innenausbau und vorzugsweise bei der Ummantelung von Profilleisten etablieren. Gegenwärtig werden vlieskaschierte Furniere von wenigen Herstellern bereits oberflächenbeschichtet, zumeist jedoch nur vorgeschliffen angeboten. Deren nachträgliche Lackierung ist insbesondere bei profilierten Halbzeugen aufwendig und teuer.
 Gegenstand des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines Verfahrens zur kontinuierlichen Imprägnierung und endwertigen Oberflächenbeschichtung vlieskaschierter Furnierbandware mit dem Ziel, hochwertige Furnier-Sortimente herzustellen. Diese sollten eine einfache Weiterverarbeitung während der Profilummantelung ermöglichen und zudem das Einsatzspektrum von Furnieren maßgeblich erweitern. Es bestand die Aufgabe, geeignete Imprägniersysteme hinsichtlich einer sehr guten Penetrationsfähigkeit sowie schnellen Aushärtung zu eruieren bzw. Formulierungen anzupassen. Darüber hinaus galt es, optimale technologische Verfahrensparameter zu erarbeiten.

Ergebnisse:
Im Vorhaben wurden zwei Verfahrenstechnologien entwickelt sowie konstruktiv in einem Laborversuchsstand umgesetzt.
Verfahrenstechnologie 1: Um bekannte Mechanismen der Vakuumtränkung aus dem Massivholzbereich zu nutzen, wurde die Furnierbandware über hintereinander platzierte Vakuumtische geführt. Der Tränkeffekt der Furniere resultierte aus dem anliegenden Saugvolumenstrom bzw. Relativdruck. Dieser Verfahrensansatz erwies sich insbesondere für Tränkmittel geringer Viskosität (≤ 0,2 Pas) und Oberflächenspannung (≤ 33 mN/m), beispielsweise niederviskose Öle und Acrylharze, als geeignet. Es konnten 0,35 mm dicke Furniere inklusive einer Vliesdicke von 0,1 mm getränkt werden.
Verfahrenstechnologie 2: Zur kontinuierlichen Tränkung wurde hier ein Tauchbad in Verbindung mit dem Eintrag von Leistungsultraschall genutzt sowie unterschiedliche konstruktive Möglichkeiten der Beschallung getestet. Es zeigte sich, dass der Tränkeffekt des Tauchbades durch den wirkenden Schalldruck verbunden mit Kavitationseffekten signifikant verbessert wird. Aufgrund der resultierenden Viskositätsminderung ist dieser Verfahrensansatz auch für Tränkmittel mittlerer Viskosität und höherer Oberflächenspannung im Vergleich zur Holzoberfläche geeignet. Bereits bei kurzer Tränkzeit wurden hohe Tränkmittelaufnahmen, auch für schwerer imprägnierbare Holzarten wie Eiche, ermittelt. Zu hohe Kavitationseffekte und Tränkmitteltemperaturen ließen sich durch indirekte Beschallungsmöglichkeiten vermeiden. Generell müssen Tränkmittelsystem und Leistung des Ultraschallgebers aufeinander abgestimmt werden.
Hinsichtlich einer schnellen Vernetzung bzw. Aushärtung eingebrachter Tränkmittel wurden nutzbare Möglichkeiten aufgezeigt. Um eine vollständige Vernetzung insbesondere pflanzlicher Öle zu gewährleisten, besteht weiterer Forschungsbedarf. Die getränkten Furniere zeigten verbesserte Gebrauchseigenschaften, beispielsweise einen leicht verminderten Schimmelpilzbefall. Eine ausreichend feste Verklebung getränkter vlieskaschierter Furniere mit den Trägermaterialen Rohspan‐ und Massivholzplatte konnte unter Verwendung von PUR‐Hotmelts sichergestellt werden.

Zusammenfassung:
Die Verfahrensentwicklung ermöglicht es, in Abhängigkeit verwendeter Tränkmittelsysteme vlieskaschierte Furnierhalbzeuge mit spezifisch angepassten und erweiterten Gebrauchseigenschaften zur Verfügung zu stellen, die analog zu Folien und Schichtpressstoffen problemlos weiterverarbeitet werden können. Eine kostenintensive nachträgliche Oberflächenbeschichtung furnierummantelter Bauteile wird somit eingespart. Es ergeben sich neue Märkte beispielsweise im Caravan- und Schiffsausbau, der Türen- und Fensterbranche sowie bei Zulieferern für die Möbelindustrie.


4. Sächsischer Innovationstag: „Zukunft nachhaltig gestalten“

Nachhaltigkeit: Wohl kaum ein anderer Begriff richtet so viele Ansprüche an unser Leben in der Zukunft. Spätestens seit „Fridays for future“ ist Nachhaltigkeit wieder in aller Munde, um an einen gemeinsamen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Zukunft zu appellieren.

Gewinne von morgen sind nicht mehr rein ökonomisch zu bewerten. So stehen Forschung und Wirtschaft in der Verantwortung, durch kluge Innovationen Alternativen und neue Wege zur Lösung dieser Herausforderungen zu entwickeln. Egal ob Grundlagenforschung oder Entwicklung von einsatzbereiten Anwendungen, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte gehören dabei auf den Prüfstand. Die Sächsische Industrieforschungsgemeinschaft e. V. (SIG) und die Industrie- und Handelskammern in Sachsen werden am 8. Oktober 2019 beim 4. Sächsischen Innovationstag eine Auswahl nachhaltiger Innovationen zeigen und Ihnen dabei die Vielfalt der sächsischen Forschungslandschaft und innovativen Unternehmen demonstrieren. Das ausführliche Programm finden Sie hier.


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#16 06/2019

Virtuelle Experimente für Kunstobjekte – VirtEx

In den letzten Jahrzehnten sind an bemalten (gefassten) Kunstgegenständen oder Tafelbildern aus Holz vermehrt klimabedingte Veränderungen bis hin zu irreversiblen Schädigungen zu beobachten. Diese klimabedingten Schäden sind mit konventionellen, empirischen Methoden bisher jedoch kaum vorhersagbar, sind jedoch für die präventive Schadensvermeidung durch den Fachmann unabdingbar.

Ziel des Projektes ist es daher, Daten realer Kunstobjekte aus Holz zu erfassen und auf dieser Basis ein spezielles numerisches Simulationsmodell mit der Finite-Elemente-Methode (FEM) zu entwickeln. Dieses Modell soll es ermöglichen, Vorhersagen zum wahrscheinlichen Schadverlauf an Kunstgut aus Holz in natürlicher Umgebung zu treffen und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.
Projektpartner sind das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke (ISD) der TU Dresden, das auch das Projekt koordiniert, die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) und das IHD; weiterhin das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. (IDK), das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfDS) sowie der Kunstretter e.V. Leipzig.

Als geeignetes Objekt wurde die 18 m hohe Ikonenwand (Ikonostase) der Russisch-Orthodoxen Gedächtniskirche des Hl. Alexej in Leipzig ausgewählt. Diese Kirche wurde 1913 aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig errichtet und erinnert an 127.000 russische Soldaten, die an der Seite der Deutschen standen, sowie an mehr als 22.000 gefallene Russen. Die Kirche ist ein einzigartiges Denkmal von besonderer Strahlkraft für die gemeinsame russische und deutsche Geschichte.
Spezielle holzkundliche, physikalische sowie maltechnische Untersuchungen werden an der Ikonen-Maltafel "Abendmahl" (Foto) durchgeführt, die den Experten vorübergehend durch die Russisch-Orthodoxe Kirche Leipzig zur Verfügung gestellt wird. Parallel werden durch das ANDREJ-RUBLJOV-Museum und das SURIKOV-Institut der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur identische Kopien erstellt. An diesen werden experimentelle Untersuchungen vorgenommen, die an der Original-Ikone nicht möglich sind.

Die Zusammenarbeit mit russischen Fachkollegen hat – auch jenseits technischer Fragestellungen – gerade in politisch eher schwierigen Zeiten besonderen Symbolcharakter. Das Projekt und die Bündelung sächsischer Fachkompetenzen wird nicht nur für die zahlreichen sächsischen Kunstwerke richtungsweisend sein, sondern den Forschungsstandort Sachsen national und international stärken und ihm Sichtbarkeit verleihen.
In einem offiziellen Akt am 19. Juni 2019 hat die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva-Maria Stange, den Bewilligungsbescheid an die Projektpartner übergeben und dem Projekt damit eine besondere Wertschätzung erweisen.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


12. Fußbodenkolloquium 2019 in Dresden

Programm veröffentlicht


Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) lädt am 7. und 8. November 2019 zum 12. Fußbodenkolloquium nach Dresden ein. Das aus 13 interessanten Fachbeiträgen bestehende Vortragsprogramm wurde jetzt veröffentlicht.

Es wendet sich an Hersteller von Holz-, Kork-, MMF- und Laminatfuß­böden, deren Zulieferer, Händler, Fußbodenleger, Sachverständige und Wissenschaftler. Erstmals wird es auch einen Block aus Speedvorträgen und einer Postersession geben, in denen verschiedene Forschungsprojekte kurz dargestellt werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, um während unseres Fußbodenkolloquiums mit Gästen aus verschiedenen Branchen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

Bei einer Anmeldung bis zum 13. September 2019 gilt ein Frühbucherrabatt!


12. Fenster- und Türenkolloquium in Dresden

Call 4 Papers


Am 27. Februar 2020 laden das Institut für Holztechnologie Dresden und das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie zum 12. Fenster- und Türenkolloquium ein.

Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich sowohl an kleine und mittelständische Unternehmen als auch an Vertreter der Forschung sowie an Sachverständige und bietet Raum  für fachliche Diskussionen und für den Erfahrungsaustausch untereinander.

Wir rufen hiermit zur Einreichung von Vorträgen zu den angeführten Themenschwerpunkten auf. Die Dauer der technisch orientierten Vorträge sollte 30 Minuten nicht unterschreiten.

Die Tagungssprache ist deutsch. Interessierte Autoren werden gebeten:

  • Titel,
  • Name,
  • Firma und
  • Kurzbeschreibung (max. 1000 Zeichen)

bis zum 21. Juni 2019 an Herrn Lutz Neugebauer zu senden.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.


Werden Sie Mitglied in unserem Trägerverein

Der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden e. V. (TIHD) wurde 1992 gegründet und fördert seitdem Grundlagen- und angewandte Forschung zu Eigenschaften, Verarbeitung und Veredlung von Holz, Holzwerkstoffen und verwandten Materialien in technologischer, biologischer, chemischer und physikalischer Hinsicht.

Mit seinen derzeit 96 Mitgliedern ist der TIHD Forschungsvereinigung „Holztechnologie der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e. V. (AiF). Forschungsstellen erhalten über ihn Zugang zur industriellen Gemeinschaftsforschung.
Eine Beteiligung am aktiven Netzwerk des TIHD ermöglicht ein branchenübergreifendes, interdisziplinäres Herangehen an die Lösung aktueller und zukünftiger Fragestellungen und eröffnet den Vereinsmitgliedern neue Perspektiven für Produktentwicklungen und Einsatzmöglichkeiten. Durch Mitarbeit in den verschiedensten projektbegleitenden Ausschüssen laufender Forschungsvorhaben sichern Sie sich einen technologischen Vorsprung, der Ihren Produkten und Technologien einen innovativen Schub verleiht.

Sprechen Sie uns an- wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit!
Weitere Informationen finden Sie unter www.tihd-dresden.de


IHD-Innovationspreis für Pilzsubstrate aus nachwachsenden Rohstoffen

Aus einem Kreis hochrangiger Anträge vergab der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden am 5. Juni 2019 den Innovationspreis 2019 an eine Arbeit zur Entwicklung von Pilzsubstraten für Kulturpilze.

Natalie Rangno, Lisa Behrendt, Stefanie Kath, Marco Mäbert, Falk Schäfer und Hans Dieter Neumann entwickelten in einem durch das BMWi geförderten Projekt neue, alternative und ertragssteigernde Pilzsubstrate aus nachwachsenden Roh- bzw. Reststoffen (Nadelholzspäne, Weide, Pappel, Xylit, abgetragene Pilzsubstrate) für verschiedene Kulturpilze.
Die wirtschaftliche Relevanz der einheimischen Produktion von Kulturpilzen ist bereits heute hoch und wird künftig noch deutlich steigen. Kulturpilze dienen nicht nur als Speisepilze, sondern auch als Heil- bzw. Nahrungsergänzungsmittel und zur Gewinnung wertvoller Inhaltstoffe. Ihre Produktion sollte umweltverträglich und nachhaltig sein. Ziel des Projektes war daher die Entwicklung ökologischer Rezepturen und Herstellungsverfahren für neue und ertragssteigernde Substrate auf Basis einheimischer nachwachsender Roh- und Reststoffen für die Produktion von Kulturpilzen am Beispiel von Referenzpilzen (Mandelpilz, Shiitake, Kräuterseitling).
Die Preisträger ermittelten, dass die Erträge der Pilze stark von der Qualität, der Keimbelastung, den Inhaltsstoffen, der Vorbehandlung der Roh- und Zusatzstoffe sowie von den Klimabedingungen abhängig sind. Die Zugabe von abgetragenen Pilzsubstraten (APS) beschleunigte beispielsweise die Fruktifikation (ABM, Shiitake u. a). Allerdings variiert die Zusammensetzung der Inhaltstoffe in APS je nach Pilzart, Substrat, Herstellungsverfahren, Kultivierung und Bezugsquelle der Rohstoffe. Das Projekt zeigte weiteren Forschungsbedarf insbesondere zur biologischen, chemischen und biotechnologischen Analyse der Rohstoffe sowie zu späteren Verwendung der APS nach der Pilzkultivierung auf. Die Nutzpotenziale von APS für eine spätere qualitätssichere und wirtschaftliche Verwertung sind bis jetzt wenig erforscht. Durch die Ermittlung dieser Möglichkeiten können in Zukunft eventuell neuartige MYKO-Produkte für Landwirtschaft, Pilzanbau, Tierzucht sowie Holz- und Energieindustrie hergestellt werden. So können APS im Anschluss an die Pilzkultivierung für die Kultivierung von wertvollen Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie für die Produktion umweltfreundlicher MDF-Platten eingesetzt oder im Sinne einer Kaskadennutzung stofflich durch Kompostierung bzw. energetisch (Biogas oder Pellet) endverwertet werden.

Christiane Hartwig-Gerth, die Vorsitzende der Jury, betonte in ihrer Laudatio den pfiffigen Ansatz des Projektes und begründete die Vergabe des Preises mit dem sehr großen Potential weiterer Einsatzmöglichkeiten.
 Alle für den Preis eingereichten Arbeiten waren preiswürdig, so dass sich die diesjährige Auswahl des Siegers durch die Jury sehr schwierig gestaltete. 


5. Mykologisches Kolloquium in Dresden

Am 9. und 10. Mai 2019 veranstaltete das Institut für Holztechnologie Dresden das 5. Mykologische Kolloquium. Mit dieser Fachtagung wurde die Reihe der Mykologischen Kolloquien am IHD nach längerer Pause fortgesetzt. Anlass war der Abschluss des IGF - Forschungsprojektes „Entwicklung technischer Verfahren zur Vermeidung der biogenen Schadstoffbelastung in Kirchenorgeln“. Die Bearbeitung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung der Universität Stuttgart (IGTE) sowie dem Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen - Anhalt e. V. (IDK).

Den Teilnehmern wurde ein interessantes Programm aus 11 Fachvorträgen geboten, in denen am ersten Veranstaltungstag vorrangig über die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt berichtet wurde.

Der zweite Tag beinhaltete Beiträge weiterer Experten mit Bezug zum Thema. Das Fachprogramm startete mit einem Vortrag von Katharina Plaschkies (IHD) zu Intention und Durchführung des Projektes. Es folgten Philipp Flade (IHD), der den Teilnehmern den Aufbau einer Orgel näherbrachte und Referenzobjekte vorstellte, sowie Thomas Löther (IDK), der über die Ergebnisse von Klimamessungen in vier Kirchen berichtete. Anschließend stellte Matthias Hartnagel (IGTE) ein numerisches Simulationsmodell der Orgel vor, das auf Basis von Messdaten erstellt worden war und mit dem schimmelpilzkritische Bereiche rechnergestützt ermittelt werden können. Den ersten Tag schlossen Vorträge von Katharina Plaschkies und Philipp Flade zu mikrobiologischen Untersuchungen sowie zu Tests technischer Präventionsmaßnahmen vor Ort.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstags erläuterte Uwe Münzberg (Berufsverband Deutsche Baubiologen e.V.) die neue DGUV-Information 201-028 " Gesundheitsgefährdung durch Biostoffe bei der Schimmelpilzsanierung ". Anschließend stellte Orgelbaumeister Michael Stumpf aus Bad Kissingen die vom Bund Deutscher Orgelbaumeister e.V. die herausgegebene Handreichung "Schimmelpilz - Sanierung im Orgelbau – vor. Danach betrachtete Manfried Eisbein (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen) das Problem des Schimmelbefalls aus denkmalpflegerisch-restauratorischer Sicht, und Frau Dr. Anke Mondschein (Forschungsinstitut Leder und Kunststoffbahnen FILK) erläuterte historische und moderne Gerbverfahren für Orgelleder. Im finalen Vortrag sprach Dr. Wolfgang Skorupa (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V.) zu antikorrosiven Behandlungen metallischer Legierungen für den Orgelbau mittels Nanotechnologie.


Veranstaltungsankündigung