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Newsletter#18 01/2020

Wolfhorst Wehr verstorben

Am 5. Januar 2020 verstarb mit Dipl.-Holzwirt Wolfhorst Wehr, Träger des Bundesverdienstkreuzes, ein Gründungsmitglied des Trägervereins des Instituts für Holztechnologie Dresden e. V. Herr Wehr war seit 1992 Mitglied des Trägervereins, wirkte bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2006 als Vorstandsmitglied, von 1995 bis 1998 als Vorstandsvorsitzender. Wolfhorst Wehr führte den Vorstand mit Herz und Seele.

Seine jahrelangen Erfahrungen als Geschäftsführer der Verbändegemeinschaft Wiesbaden, bestehend aus dem Verband der Deutschen Büromöbelindustrie e.V., dem Fachverband der Sitzmöbel- und Tischindustrie e.V. sowie dem Bundesverband der Deutschen Bürsten- und Pinselindustrie e.V., kamen dem Institut sehr zugute. In seinen aktiven Jahren beriet er das IHD in Personalfragen zu Haushaltplänen, zur Forschungskonzeption sowie zum Marketing. Weiterhin unterstützte er die Fachveranstaltungen und Messeauftritte des Instituts. Gerade in den Jahren der Gründung und Neuausrichtung des IHD nahm Wolfhorst Wehr in allen Fragen zur Existenz und zur Sicherung des Stabilisierungsprozesses des IHD eine überzeugend konsequente Haltung ein. So diente die von ihm angeregte erste Satzungsänderung des Trägervereins der Stärkung des Vorstandes und einer guten Führung des Institutes. Auch bei der schwierigen Bestandswahrung und den Klärungsgesprächen mit der Treuhand war er durch seine unerschütterliche Haltung stets helfend an der Seite des IHD.

Im Rahmen seiner Geschäftsführertätigkeit in der Verbändegemeinschaft Wiesbaden verbreitete er die vom IHD erarbeiteten Leistungsangebote für die einzelnen Branchen der Holz- und Möbelindustrie und warb erfolgreich um Neukunden für das Qualitäts- und Umweltmanagement und für die Zertifizierung der Unternehmen durch das IHD. Er wies immer wieder auf die Bedeutung des Institutes bezüglich der Vergabe von CE-Zeichen für Kinderspielsachen und Kindermöbel sowie auf die Sicherheitsprüfungen bei Büro- und Kindermöbeln hin. Erst durch die von Wehr veranlasste Kofinanzierung des vom IHD herausgegebenen „Umwelthandbuch Holzwirtschaft“ durch den Verband der Büromöbelindustrie konnte dieses Projekt 1995 realisiert werden.

Wolfhorst Wehr war sehr interessiert an den Fortschritten des IHD und überzeugte sich selbst durch Besuche im Institut und Gespräche mit den Mitarbeitern. In diesem Zuge weihte er beispielsweise das Mykologische Labor im Institut ein.

Das IHD verliert mit Wolfhorst Wehr einen seiner Vordenker und Förderer und betrauert diesen großen Verlust. Wir werden Wolfhorst Wehr ein ehrendes Gedenken bewahren und die Arbeit in seinem Sinne fortsetzen.


Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Verhaltens von temperatursensiblen MMF-Bodenbelägen - HotSpot

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Deformationsverhaltens elastischer und MMF-Bodenbeläge bei HotSpot-Erwärmung. Aktuelle Verfahren zur Messung des thermischen Dimensionsverhaltens bewerten das Materialverhalten an kleinen Proben ohne Verbindungselemente und bei anderer Wärmeeinwirkung. Die Herausforderung für ein neues Verfahren sind die Produktvielfalt und die partielle Oberflächenerwärmung unter Berücksichtigung aller Einflüsse.

 1. Ausgangssituation

Elastische Bodenbeläge mit Klickverbindungen haben heute durch diverse Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten von Rezepturen der Bindemittel, Schichtaufbauten und Oberflächendesigns eine große Produktvielfalt erreicht. Die Basis dieser Bodenbeläge liegt in Polymeren wie PVC, PO (Polyolefinen), synthetischem Kautschuk bzw. Naturkautschuk oder chlorfreien Thermoplasten. Im Allgemeinen zeichnen sich diese Produkte durch sehr gute mechanische und chemische Beständigkeit, eine mögliche antistatische Ausstattung, eine trittfeste Verlegung, die Möglichkeit einer wasserfesten Verlegung und eine gute Brandklasse aus. Neben der Empfindlichkeit gegenüber Lösemitteln sind die Temperaturempfindlichkeit und die sich daraus ergebenden thermisch induzierten Deformationen jedoch ein Nachteil der elastischen Bodenbeläge mit Klickverbindung.

2. Stand der Technik

Zur Sicherung der Produktqualität in Bezug auf das thermische Verhalten dieser elastischen Bodenbeläge wird die Dimensionsstabilität nach EN ISO 23999 geprüft. Bei diesem Prüfverfahren werden die Maßhaltigkeit und die Schüsselung der Materialien ermittelt, nachdem Proben (240 mm x 240 mm) auf einer Stahlplatte bei 80 °C im Wärmeschrank über 6 h gelagert werden. In der Praxis kann eine partielle thermische Belastung verlegter Flächen auch durch Sonnenbestrahlung (HotSpot) von oben erfolgen. In diesem Fall ist die thermische Materialbelastung eine andere und folglich auch die daraus resultierenden Materialreaktionen. Vergleichende Voruntersuchungen zeigten keine prinzipielle Übereinstimmung der Ergebnisse aus dem Normverfahren und an einer partiell thermisch belasteten Bodenbelagsfläche (verlegt ca. 2,00 m x 2,30 m, bestrahlt ca. 1,00 m x 1,00 m).

3. Forschungsbedarf

Daraus ableitend ist das Ziel des Projekts die Entwicklung eines objektiven Prüfverfahrens zur praktikablen Bewertung des thermischen Deformationsverhaltens elastischer Bodenbeläge mit Klickverbindung bei HotSpot-Erwärmung. Zu beachten sind hierbei u. a. die praxisnahe Oberflächentemperatur, ein realistischer Messablauf bestehend aus Aufheizrate, Haltezeit der Oberflächentemperatur und Abkühlzeit sowie eine sichere Erfassung und Bewertung des Deformationsverhaltens des Bodenbelags.


11. Europäischer TMT-Workshop in Dresden

Programm nun veröffentlicht


Am 14. und 15. Mai 2020 veranstaltet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) den 11. Europäischen TMT-Workshop. Der Workshop soll vor allem die Unternehmen unterstützen, mit thermisch modifiziertem Holz (TMT) wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Zielgruppe sind insbesondere Anlagenhersteller, Thermoholzhersteller, Verarbeiter und der Holzhandel.

Der Europäische TMT-Workshop wird seit 2003 durch das IHD organisiert und auch die European Conference of Wood Modification (ECWM) fand in jenem Jahr erstmals statt. Beide Konferenzen können heute auf viele erfolgreiche Veranstaltungen zurückblicken. Nach aktuellen Plänen wird es 2020 der letzte eigenständige TMT-Workshop sein, da geplant ist, diese Veranstaltungsreihe 2022 mit der European Conference on Wood Modification (ECWM) zusammenzuführen; Tagungsort soll daher ebenfalls Dresden sein. Sie sind herzlich eingeladen, am 11. TMT-Workshop teilzunehmen.

Die Konferenzsprache ist Englisch.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

Bei einer Anmeldung bis zum 16. März 2020 gilt ein Frühbucherrabatt.


12. Fenster- und Türenkolloquium 2020 in Dresden

Programm online


Am 27. Februar 2020 laden das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) und das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie (EPH) zum 12. Fenster- und Türenkolloquium nach Dresden ein.

Die Themen der Veranstaltung reichen von interessanten Tipps zur Montage von Fenstern, der Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses über Glas im Bauwesen nach DIN 18008-4 bis hin zu ersten Forschungsergebnissen zum Projekt „Hauseingangstüren mit Hochwasserschutzfunktion“ sowie einem Vortrag zum Wandel im Fensterbau. Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, an Vertreter der Forschung sowie an Sachverständige und bietet Raum für fachliche Diskussionen sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch untereinander.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.


Goldmedaille für Projekt „Sensorpolsterung“

Vom 31. Oktober bis 3. November 2019 fand in Nürnberg die 71. Internationale Fachmesse Ideen – Erfindungen – Neuheiten (iENA) statt, bei der sich erstmalig das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) mit seinen Partnern, dem STFI Chemnitz und der MFPA Weimar, präsentierte. Vorgestellt wurde das gemeinsame Forschungsprojekt „Sensorpolsterung“, in dessen Rahmen eine auf kostengünstigen Komponenten basierende faseroptische Sensorauflage zur Unterstützung der Pflege hilfsbedürftiger Menschen entwickelt wurde.

Höhepunkt der Messe war die iENA-Medaillenverleihung, bei der die vielversprechendsten Ideen, Erfindungen und Neuheiten geehrt wurden. Eine Fachjury nahm an den ersten beiden Messetagen alle rund 800 Erfindungen unter die Lupe und bewertete diese in einem Expertengremium. In der Kategorie Erfindungen Universitäten/Forschungseinrichtungen wurde der entwickelten Sensorauflage die Goldmedaille zuerkannt. Mit der Ehrung wurden Lars Blüthgen (IHD), Jens Wiedemann (IHD), Dr. Michael Kuhne (MFPA Weimar), Alexander Ulanov (MFPA Weimar), Bernd Müller (MFPA Weimar) sowie Elke Thiele (STFI) für Ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet.

Das der Entwicklung zugrundeliegende Forschungsvorhaben mit dem Titel „Entwicklung eines flächigen Bewegung, Feuchte und Temperaturerfassenden Systems mit Notruffunktion zur Integration in Möbelkonstruktionen – Sensorpolsterung“ wurde vom BMWi unter dem Kennzeichen 18482 BR/1 gefördert. Die Koordination des IGF-Projektes erfolgte durch die AiF-Forschungsvereinigung Trägerverein Institut für Holztechnologie Dresden e. V. (TIHD).


Ausgebuchtes 13. Holzwerkstoffkolloquium

Am 12. und 13. Dezember 2019 begrüßte das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) über 180 Fachleute zum 13. Holzwerkstoffkolloquium in Dresden. Zahlreiche Vertreter aller namhaften Holzforschungsinstitutionen des deutschsprachigen Raumes sowie Industrievertreter verfolgten interessiert die insgesamt 22 Fachvorträge.

Das Thema der diesjährigen Veranstaltung hieß „Vernetzen“. Dies zog sich nicht nur durch die Vorträge, sondern auch durch die diversen Pausen, die intensiv für Austausch und Vernetzung genutzt wurden
„Die Veranstaltung ist bis auf den letzten Platz ausgebucht, die Stimmung ist gut, man fühlt sich wie auf einem großen Klassentreffen.“, so Prof. Dr. Steffen Tobisch, Institutsleiter des IHDs. Prof. Tobisch begrüßte die Teilnehmer im Konferenzzentrum des IHD und dankte den zahlreich erschienenen Gästen und Sponsoren, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.
Dr. Detlef Krug (IHD), der Tagungsleiter und Moderator des ersten Veranstaltungstages, stellte das Thema der Veranstaltung „Vernetzen“ in den Fokus. Dieses Thema spielt für Menschen und Technologien im Zeitalter der Digitalisierung auch in der Holzwerkstoffindustrie eine herausragende Rolle. Das „Vernetzen“ von neuen Rohstoffen und Bindemitteln im Werkstoff selbst sichert die Einhaltung aktueller gesundheitlicher Anforderungen sowie eine Akzeptanz bei Planern und Verbrauchern. Die hervorragende Industriebeteiligung kommt dadurch zum Ausdruck, dass mehr als zwei Drittel der insgesamt 190 Teilnehmern aus der Holzwerkstoff-, der Klebstoff- und Zuliefererindustrie sowie aus dem Maschinen-, Anlagen- und Messgerätebau kamen.

Den fachlichen Teil der Vorträge eröffnete Herr Florian Zeller (GD Holz), der zum aktuellen Thema Europäischer Binnenmarkt vs. nationale Alleingänge am Beispiel Formaldehyd und VOC – Wie passt das zusammen? referierte. Für Zeller ist klar, dass eine rein deutsche Regelung in einem Europäischen Binnenmarkt herzlich wenig bringt und eine einheitliche europäische Regelung schnellstmöglich beschlossen werden muss. Harald Schwab stellte in seinem Vortrag die Konsequenzen der Revision des Eurocode 5 auf die Normierung von Holzwerkstoffen dar und betonte: „Der Eurocode und die harmonisierten Produktnormen müssen zukünftig eine Sprache sprechen.“

Am ersten Veranstaltungstag wurden danach unter anderem die neuesten Erkenntnisse zu den Themen „Automatisierte Bestimmung der Formaldehydemission aus Holzwerkstoffen“, „Einfluss der Kaltklebrigkeit auf die Vernetzung von UF-Harzen“ sowie zu „Bindemitteleinsatz und Mahlplattenentwicklung in der Herstellung von Holzfaserdämmstoffen“ präsentiert. Am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages kam wieder der wissenschaftliche Nachwuchs zu Wort. Sieben junge Wissenschaftler stellten ihre derzeitigen Arbeiten in Kurzvorträgen vor - das Publikum durfte dann seine Favoritin bzw. seinen Favoriten wählen. Den ersten Preis erhielt Torben Marhenke (Leibniz Universität Hannover) mit seinem Kurzbeitrag zum Thema „Neuartige, zerstörungsfreie Bestimmung von Querkontraktionszahlen“. Der zweite bzw. dritte Platz gingen an Pouria Rezaee (Universität Hamburg) und Sebastian Siwek (Technische Universität Dresden).

Der rege Erfahrungsaustausch wurde natürlich zur traditionellen Abendveranstaltung, in diesem Jahr erstmalig im Lingnerschloss, gemütlich fortgesetzt.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages, der von Prof. Dr. Steffen Tobisch (IHD) moderiert wurde, veranschaulichte Per Berggren seine sehr abwechslungsreich vorgetragenen Vorstellungen über eine aufwändige, hochautomatiserte Möbelfertigung bei IKEA. Erkennbar schreitet IKEA voran und wird Anfang 2020 in Polen eine erste, mehr oder weniger vollständig digitalisierte Möbelproduktion in Betrieb nehmen, nächste Betriebe sollen zeitnah folgen.
Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde, deshalb durfte es auch beim diesjährigen Holzwerkstoffkolloquium nicht fehlen. Jochen Kamm und Daniel Schwartze (Dieffenbacher GmbH) berichteten über Erfahrungen, Fallstricke und best practice-Beispiele bei Recycling, Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Althölzern zur fertigen Holzwerkstoffplatte. Sie stellten dar, was der Begriff Altholz eigentlich bedeutet, welche Kategorien es gibt und wie es in die verschiedenen Bestandteile zerlegt werden kann. Anschließend erklärte Dr. Thomas Schneider in seinem Vortrag, wie man die Verleimbarkeit von Recyclingfasern durch das Auswaschen der Fasern und somit der Entfernung der Abbauprodukte deutlich verbessern und damit die Plattenqualität steigern kann.

Beim Baumpflegeschnitt entstehen zahlreiche Abfälle. Philipp Lüssenhop und Dr. Ina Körner (Technische Universität Hamburg) präsentierten Ergebnisse aus ihrem Projekt zu Landschaftspflegeholz als Bioressource zur stofflichen Verwendung.

Weiterhin informierten Friedemann Diehl (Hochschule Rhein-Main) über die Weiterentwicklung von Bauteilen aus mehrlagig verklebten OSB, Peter Stuckenberg (IHD) zu Inline-Messverfahren zur Charakterisierung der Fasermorphologie, Dr. Dirk Grunwald (Huntsman BVBA) zu Spanplatten mit reiner MDI-Verklebung und Dr. Christoph Wenderdel (IHD) zum Kriechen von WPC.

Die hohe Teilnehmerzahl und die Diskussionsfreude des Auditoriums zeigten das Interesse an den präsentierten Themen und lassen den Veranstalter auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken. Das nächste Holzwerkstoffkolloquium ist für den 16./17. Dezember 2021 geplant.


HPL-Kompendium online verfügbar

Mit dem HPL-Kompendium hat der proHPL Verband erstmals ein umfassendes Handbuch über die Materialität, die Verarbeitung und die vielseitige Anwendbarkeit dieses hochwertigen Werkstoffes erstellt. Spätestens durch die Lektüre dieses Buches wird deutlich, das HPL genau das bieten kann, was heute viele Architekten, Handwerker und letztlich Endverbraucher von einer modernen Oberfläche erwarten.

Nach der erfolgreichen Vorstellung des HPL-Kompendiums im Mai 2019 auf der interzum, der Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau in Köln, steht das kompakte Wissen seit Mitte letzten Jahres auch jedem Interessierten online über die proHPL Website als pdf-Version zur Verfügung.

Auf Anhieb hat das HPL-Kompendium innerhalb und außerhalb der proHPL Fachgruppe des pro-K Industrieverbandes bereits viel Beachtung und Zuspruch erfahren. Mit dem HPL-Kompendium unterstreicht die Fachgruppe die Bedeutung des Materialsystems HPL für Praktiker und Architekten, Lehrende und Auszubildende. Das Handbuch liefert auf über 170 Seiten einen praxisnahen Überblick über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des bewährten Oberflächenmaterials.

Mit dem Ziel, die Weitergabe von langjährigem Erfahrungswissen des HPL-Materialsystems noch stärker zu annoncieren und weitere Interessenten außerhalb der proHPL Fachgruppe und des pro-K Verbandes zu erreichen, ist das HPL-Kompendium auch als pdf-Version erhältlich. Das vollständige HPL-Kompendium kann online über die proHPL Website www.pro-hpl.org bestellt werden.

proHPL ist eine Fachgruppe des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V.


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#17 09/2019

Holzwerkstoffbranche trifft sich in Dresden

Programm veröffentlicht


Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) veranstaltet am 12. und 13. Dezember 2019 das 13. Holzwerkstoffkolloquium in Dresden. Das mit 16 Fachvorträgen und sechs Kurzbeiträgen junger Wissenschaftler gut gefüllte Programm steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vernetzen“.

Das Vernetzen von Menschen und Technologien spielt im Zeitalter von Industrie 4.0 eine herausragende Rolle für die Holzwerkstoffindustrie, die längst global aufgestellt ist und damit bereits vor Ort auf weltweite Entwicklungen reagieren muss. Nur durch die Verbindungen der Technologen mit den Zulieferern, mit den Abnehmern sowie mit den regulierenden Behörden und Normungsgremien bleiben wirtschaftlicher Erfolg und Markterhalt möglich. Das Vernetzen von neuen Rohstoffen und Bindemitteln im Werkstoff selbst sichert die Einhaltung von aktuellen gesundheitlichen Anforderungen und die Akzeptanz bei Planern und Verbrauchern.
Das 13. Holzwerkstoffkolloquium thematisiert diese Herausforderungen für die Holzwerkstoffherstellung und regt an, unter dem Motto „Vernetzen“ neue Ideen und Entwicklungen aus den Bereichen Werkstoffe und Produkte, Technologien sowie Umwelt und Gesundheit zu diskutieren.
Zwei Vortragstage im Konferenzzentrum des IHD und die traditionelle Abendveranstaltung bieten Gelegenheit zum intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Raum für Diskussionen und zur Kontaktpflege mit Partnern und Kollegen aus der deutschen und europäischen Branche.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen stehen für Sie unter www.ihd-dresden.de zum Download bereit.

Bei einer Anmeldung bis zum 13. Oktober 2019 gilt ein Frühbucherrabatt!


11. Europäischer TMT-Workshop in Dresden

Call for Papers


Am 14. und 15. Mai 2020 veranstaltet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) den 11. Europäischen TMT-Workshop.

Der seit 2003 stattfindende Workshop hat sich zum Ziel gesetzt, die Unternehmen dabei zu unterstützen, mit thermisch modifiziertem Holz wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Zielgruppen sind insbesondere Anlagenhersteller, Thermoholzhersteller, Verarbeiter und der Holzhandel.
Nach aktuellen Plänen wird dies der letzte eigenständige TMT-Workshop sein, da diese Veranstaltungsreihe 2022 mit der European Conference on Wood Modification (ECWM) zusammengeführt werden soll.

Weitere Informationen und Themenschwerpunkte sowie den Call for Papers finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

Das detaillierte Programm wird Anfang 2020 veröffentlicht.


Analytik Jena Science Award zeichnet herausragende wissenschaftliche Publikationen aus

Am 27. Juni wurde Natalie Rangno vom Institut für Holztechnologie Dresden der Analytik Jena Science Award 2019 für das „Beste wissenschaftliche Paper im Bereich Molekularbiologie“ verliehen. Mit diesem besonderen Preis prämiert Analytik Jena anlässlich der Analytik Jena Days 2019 erstmals wissenschaftliche Publikationen, in denen besonders herausfordernde Applikationen mit Analytik Jena-Produkten gelöst wurden.

Natalie Rangno und ihre Kollegen Stefanie Kath, Prof. Björn Weiß, Kordula Jacobs und Dr. Wolfram Scheiding untersuchten in einem Forschungsprojekt die Bedeutung automatisierter DNA-Extraktion für die Diagnostik von holzzerstörenden Pilzen im Bereich des Holz- und Bautenschutzes. Da die vorhandenen Extraktionssysteme für Pflanzen, Hefen oder Bakterien aufgrund der mangelnden Quantität und schlechten Qualität der extrahierten DNA ungeeignet sind, wurden verschiedene Protokolle für die Aufreinigung von Pilz-DNA aus Holzproben optimiert und auf einem automatischen Extraktionssystem erfolgreich getestet. Als Ergebnis der Arbeiten entstand ein automatisiertes Extraktionsverfahren mit der Aufreinigungschemie und der automatisierte Plattform Innupure C16 von Analytik Jena, das es ermöglicht, Pilz-DNA aus Praxisproben zu isolieren und anschließend für eine LCD-Array-Diagnostik zu nutzen. Veröffentlicht wurde die Publikation „LCD-Array-Technologie für die Diagnostik holzzerstörender Pilze; Teil 1: Verfahren zur automatisierten Extraktion der Pilz-DNA aus Holz- und Baustoffproben“ in der Holztechnologie 57 (2016) 6.

Auf den Analytik Jena Days, dem Experten- und Anwenderkongress für Kunden, Partner, Medienvertreter und Mitarbeiter, diskutierten ca. 150 Experten vom 26. bis zum 27. Juni 2019 neueste Technologietrends und Zukunftsthemen in der Laboranalyse.


Kontinuierliche Furnierimprägnierung

Ausgangssituation und Zielstellung:
Der Werkstoff Furnier ermöglicht hinsichtlich der nutzbaren Holzfläche einen äußerst sparsamen Einsatz von Hölzern. So können bis zu 1000 Quadratmeter Furnierfläche aus einem Kubikmeter Holz mit Hilfe verschiedener Aufbereitungsverfahren wie dem Messern oder Schälen erzeugt werden. Jedoch konkurriert der Werkstoff mit der Dekorindustrie, welche die Furniere immer perfekter imitiert

In der Länge gefügte Rohfurniere mit einer rückseitigen Vliesbeschichtung, so genannte vlieskaschierte Furniere, werden als Rollenware angeboten. Sie gewährleisten infolge der stabilisierenden Funktion der Vliese mehrdimensionale Verformungen und eine unkomplizierte Weiterverarbeitung, z. B. das Verleimen mit dem Trägersubstrat auf Ummantelungsanlagen. Aufgrund dessen konnte sich die industrielle Anwendung vlieskaschierter Furniere im Interieurbereich von Automobilen, im Möbel- sowie Innenausbau und vorzugsweise bei der Ummantelung von Profilleisten etablieren. Gegenwärtig werden vlieskaschierte Furniere von wenigen Herstellern bereits oberflächenbeschichtet, zumeist jedoch nur vorgeschliffen angeboten. Deren nachträgliche Lackierung ist insbesondere bei profilierten Halbzeugen aufwendig und teuer.
 Gegenstand des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines Verfahrens zur kontinuierlichen Imprägnierung und endwertigen Oberflächenbeschichtung vlieskaschierter Furnierbandware mit dem Ziel, hochwertige Furnier-Sortimente herzustellen. Diese sollten eine einfache Weiterverarbeitung während der Profilummantelung ermöglichen und zudem das Einsatzspektrum von Furnieren maßgeblich erweitern. Es bestand die Aufgabe, geeignete Imprägniersysteme hinsichtlich einer sehr guten Penetrationsfähigkeit sowie schnellen Aushärtung zu eruieren bzw. Formulierungen anzupassen. Darüber hinaus galt es, optimale technologische Verfahrensparameter zu erarbeiten.

Ergebnisse:
Im Vorhaben wurden zwei Verfahrenstechnologien entwickelt sowie konstruktiv in einem Laborversuchsstand umgesetzt.
Verfahrenstechnologie 1: Um bekannte Mechanismen der Vakuumtränkung aus dem Massivholzbereich zu nutzen, wurde die Furnierbandware über hintereinander platzierte Vakuumtische geführt. Der Tränkeffekt der Furniere resultierte aus dem anliegenden Saugvolumenstrom bzw. Relativdruck. Dieser Verfahrensansatz erwies sich insbesondere für Tränkmittel geringer Viskosität (≤ 0,2 Pas) und Oberflächenspannung (≤ 33 mN/m), beispielsweise niederviskose Öle und Acrylharze, als geeignet. Es konnten 0,35 mm dicke Furniere inklusive einer Vliesdicke von 0,1 mm getränkt werden.
Verfahrenstechnologie 2: Zur kontinuierlichen Tränkung wurde hier ein Tauchbad in Verbindung mit dem Eintrag von Leistungsultraschall genutzt sowie unterschiedliche konstruktive Möglichkeiten der Beschallung getestet. Es zeigte sich, dass der Tränkeffekt des Tauchbades durch den wirkenden Schalldruck verbunden mit Kavitationseffekten signifikant verbessert wird. Aufgrund der resultierenden Viskositätsminderung ist dieser Verfahrensansatz auch für Tränkmittel mittlerer Viskosität und höherer Oberflächenspannung im Vergleich zur Holzoberfläche geeignet. Bereits bei kurzer Tränkzeit wurden hohe Tränkmittelaufnahmen, auch für schwerer imprägnierbare Holzarten wie Eiche, ermittelt. Zu hohe Kavitationseffekte und Tränkmitteltemperaturen ließen sich durch indirekte Beschallungsmöglichkeiten vermeiden. Generell müssen Tränkmittelsystem und Leistung des Ultraschallgebers aufeinander abgestimmt werden.
Hinsichtlich einer schnellen Vernetzung bzw. Aushärtung eingebrachter Tränkmittel wurden nutzbare Möglichkeiten aufgezeigt. Um eine vollständige Vernetzung insbesondere pflanzlicher Öle zu gewährleisten, besteht weiterer Forschungsbedarf. Die getränkten Furniere zeigten verbesserte Gebrauchseigenschaften, beispielsweise einen leicht verminderten Schimmelpilzbefall. Eine ausreichend feste Verklebung getränkter vlieskaschierter Furniere mit den Trägermaterialen Rohspan‐ und Massivholzplatte konnte unter Verwendung von PUR‐Hotmelts sichergestellt werden.

Zusammenfassung:
Die Verfahrensentwicklung ermöglicht es, in Abhängigkeit verwendeter Tränkmittelsysteme vlieskaschierte Furnierhalbzeuge mit spezifisch angepassten und erweiterten Gebrauchseigenschaften zur Verfügung zu stellen, die analog zu Folien und Schichtpressstoffen problemlos weiterverarbeitet werden können. Eine kostenintensive nachträgliche Oberflächenbeschichtung furnierummantelter Bauteile wird somit eingespart. Es ergeben sich neue Märkte beispielsweise im Caravan- und Schiffsausbau, der Türen- und Fensterbranche sowie bei Zulieferern für die Möbelindustrie.


4. Sächsischer Innovationstag: „Zukunft nachhaltig gestalten“

Nachhaltigkeit: Wohl kaum ein anderer Begriff richtet so viele Ansprüche an unser Leben in der Zukunft. Spätestens seit „Fridays for future“ ist Nachhaltigkeit wieder in aller Munde, um an einen gemeinsamen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Zukunft zu appellieren.

Gewinne von morgen sind nicht mehr rein ökonomisch zu bewerten. So stehen Forschung und Wirtschaft in der Verantwortung, durch kluge Innovationen Alternativen und neue Wege zur Lösung dieser Herausforderungen zu entwickeln. Egal ob Grundlagenforschung oder Entwicklung von einsatzbereiten Anwendungen, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte gehören dabei auf den Prüfstand. Die Sächsische Industrieforschungsgemeinschaft e. V. (SIG) und die Industrie- und Handelskammern in Sachsen werden am 8. Oktober 2019 beim 4. Sächsischen Innovationstag eine Auswahl nachhaltiger Innovationen zeigen und Ihnen dabei die Vielfalt der sächsischen Forschungslandschaft und innovativen Unternehmen demonstrieren. Das ausführliche Programm finden Sie hier.


Veranstaltungsankündigung

Newsletter#16 06/2019

Virtuelle Experimente für Kunstobjekte – VirtEx

In den letzten Jahrzehnten sind an bemalten (gefassten) Kunstgegenständen oder Tafelbildern aus Holz vermehrt klimabedingte Veränderungen bis hin zu irreversiblen Schädigungen zu beobachten. Diese klimabedingten Schäden sind mit konventionellen, empirischen Methoden bisher jedoch kaum vorhersagbar, sind jedoch für die präventive Schadensvermeidung durch den Fachmann unabdingbar.

Ziel des Projektes ist es daher, Daten realer Kunstobjekte aus Holz zu erfassen und auf dieser Basis ein spezielles numerisches Simulationsmodell mit der Finite-Elemente-Methode (FEM) zu entwickeln. Dieses Modell soll es ermöglichen, Vorhersagen zum wahrscheinlichen Schadverlauf an Kunstgut aus Holz in natürlicher Umgebung zu treffen und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten.
Projektpartner sind das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke (ISD) der TU Dresden, das auch das Projekt koordiniert, die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) und das IHD; weiterhin das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. (IDK), das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (LfDS) sowie der Kunstretter e.V. Leipzig.

Als geeignetes Objekt wurde die 18 m hohe Ikonenwand (Ikonostase) der Russisch-Orthodoxen Gedächtniskirche des Hl. Alexej in Leipzig ausgewählt. Diese Kirche wurde 1913 aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Völkerschlacht bei Leipzig errichtet und erinnert an 127.000 russische Soldaten, die an der Seite der Deutschen standen, sowie an mehr als 22.000 gefallene Russen. Die Kirche ist ein einzigartiges Denkmal von besonderer Strahlkraft für die gemeinsame russische und deutsche Geschichte.
Spezielle holzkundliche, physikalische sowie maltechnische Untersuchungen werden an der Ikonen-Maltafel "Abendmahl" (Foto) durchgeführt, die den Experten vorübergehend durch die Russisch-Orthodoxe Kirche Leipzig zur Verfügung gestellt wird. Parallel werden durch das ANDREJ-RUBLJOV-Museum und das SURIKOV-Institut der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur identische Kopien erstellt. An diesen werden experimentelle Untersuchungen vorgenommen, die an der Original-Ikone nicht möglich sind.

Die Zusammenarbeit mit russischen Fachkollegen hat – auch jenseits technischer Fragestellungen – gerade in politisch eher schwierigen Zeiten besonderen Symbolcharakter. Das Projekt und die Bündelung sächsischer Fachkompetenzen wird nicht nur für die zahlreichen sächsischen Kunstwerke richtungsweisend sein, sondern den Forschungsstandort Sachsen national und international stärken und ihm Sichtbarkeit verleihen.
In einem offiziellen Akt am 19. Juni 2019 hat die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Dr. Eva-Maria Stange, den Bewilligungsbescheid an die Projektpartner übergeben und dem Projekt damit eine besondere Wertschätzung erweisen.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.


12. Fußbodenkolloquium 2019 in Dresden

Programm veröffentlicht


Das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) lädt am 7. und 8. November 2019 zum 12. Fußbodenkolloquium nach Dresden ein. Das aus 13 interessanten Fachbeiträgen bestehende Vortragsprogramm wurde jetzt veröffentlicht.

Es wendet sich an Hersteller von Holz-, Kork-, MMF- und Laminatfuß­böden, deren Zulieferer, Händler, Fußbodenleger, Sachverständige und Wissenschaftler. Erstmals wird es auch einen Block aus Speedvorträgen und einer Postersession geben, in denen verschiedene Forschungsprojekte kurz dargestellt werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, um während unseres Fußbodenkolloquiums mit Gästen aus verschiedenen Branchen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.

Das ausführliche Programm, weitere Informationen sowie die Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

Bei einer Anmeldung bis zum 13. September 2019 gilt ein Frühbucherrabatt!


12. Fenster- und Türenkolloquium in Dresden

Call 4 Papers


Am 27. Februar 2020 laden das Institut für Holztechnologie Dresden und das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie zum 12. Fenster- und Türenkolloquium ein.

Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich sowohl an kleine und mittelständische Unternehmen als auch an Vertreter der Forschung sowie an Sachverständige und bietet Raum  für fachliche Diskussionen und für den Erfahrungsaustausch untereinander.

Wir rufen hiermit zur Einreichung von Vorträgen zu den angeführten Themenschwerpunkten auf. Die Dauer der technisch orientierten Vorträge sollte 30 Minuten nicht unterschreiten.

Die Tagungssprache ist deutsch. Interessierte Autoren werden gebeten:

  • Titel,
  • Name,
  • Firma und
  • Kurzbeschreibung (max. 1000 Zeichen)

bis zum 21. Juni 2019 an Herrn Lutz Neugebauer zu senden.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.


Werden Sie Mitglied in unserem Trägerverein

Der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden e. V. (TIHD) wurde 1992 gegründet und fördert seitdem Grundlagen- und angewandte Forschung zu Eigenschaften, Verarbeitung und Veredlung von Holz, Holzwerkstoffen und verwandten Materialien in technologischer, biologischer, chemischer und physikalischer Hinsicht.

Mit seinen derzeit 96 Mitgliedern ist der TIHD Forschungsvereinigung „Holztechnologie der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen e. V. (AiF). Forschungsstellen erhalten über ihn Zugang zur industriellen Gemeinschaftsforschung.
Eine Beteiligung am aktiven Netzwerk des TIHD ermöglicht ein branchenübergreifendes, interdisziplinäres Herangehen an die Lösung aktueller und zukünftiger Fragestellungen und eröffnet den Vereinsmitgliedern neue Perspektiven für Produktentwicklungen und Einsatzmöglichkeiten. Durch Mitarbeit in den verschiedensten projektbegleitenden Ausschüssen laufender Forschungsvorhaben sichern Sie sich einen technologischen Vorsprung, der Ihren Produkten und Technologien einen innovativen Schub verleiht.

Sprechen Sie uns an- wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit!
Weitere Informationen finden Sie unter www.tihd-dresden.de


IHD-Innovationspreis für Pilzsubstrate aus nachwachsenden Rohstoffen

Aus einem Kreis hochrangiger Anträge vergab der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden am 5. Juni 2019 den Innovationspreis 2019 an eine Arbeit zur Entwicklung von Pilzsubstraten für Kulturpilze.

Natalie Rangno, Lisa Behrendt, Stefanie Kath, Marco Mäbert, Falk Schäfer und Hans Dieter Neumann entwickelten in einem durch das BMWi geförderten Projekt neue, alternative und ertragssteigernde Pilzsubstrate aus nachwachsenden Roh- bzw. Reststoffen (Nadelholzspäne, Weide, Pappel, Xylit, abgetragene Pilzsubstrate) für verschiedene Kulturpilze.
Die wirtschaftliche Relevanz der einheimischen Produktion von Kulturpilzen ist bereits heute hoch und wird künftig noch deutlich steigen. Kulturpilze dienen nicht nur als Speisepilze, sondern auch als Heil- bzw. Nahrungsergänzungsmittel und zur Gewinnung wertvoller Inhaltstoffe. Ihre Produktion sollte umweltverträglich und nachhaltig sein. Ziel des Projektes war daher die Entwicklung ökologischer Rezepturen und Herstellungsverfahren für neue und ertragssteigernde Substrate auf Basis einheimischer nachwachsender Roh- und Reststoffen für die Produktion von Kulturpilzen am Beispiel von Referenzpilzen (Mandelpilz, Shiitake, Kräuterseitling).
Die Preisträger ermittelten, dass die Erträge der Pilze stark von der Qualität, der Keimbelastung, den Inhaltsstoffen, der Vorbehandlung der Roh- und Zusatzstoffe sowie von den Klimabedingungen abhängig sind. Die Zugabe von abgetragenen Pilzsubstraten (APS) beschleunigte beispielsweise die Fruktifikation (ABM, Shiitake u. a). Allerdings variiert die Zusammensetzung der Inhaltstoffe in APS je nach Pilzart, Substrat, Herstellungsverfahren, Kultivierung und Bezugsquelle der Rohstoffe. Das Projekt zeigte weiteren Forschungsbedarf insbesondere zur biologischen, chemischen und biotechnologischen Analyse der Rohstoffe sowie zu späteren Verwendung der APS nach der Pilzkultivierung auf. Die Nutzpotenziale von APS für eine spätere qualitätssichere und wirtschaftliche Verwertung sind bis jetzt wenig erforscht. Durch die Ermittlung dieser Möglichkeiten können in Zukunft eventuell neuartige MYKO-Produkte für Landwirtschaft, Pilzanbau, Tierzucht sowie Holz- und Energieindustrie hergestellt werden. So können APS im Anschluss an die Pilzkultivierung für die Kultivierung von wertvollen Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie für die Produktion umweltfreundlicher MDF-Platten eingesetzt oder im Sinne einer Kaskadennutzung stofflich durch Kompostierung bzw. energetisch (Biogas oder Pellet) endverwertet werden.

Christiane Hartwig-Gerth, die Vorsitzende der Jury, betonte in ihrer Laudatio den pfiffigen Ansatz des Projektes und begründete die Vergabe des Preises mit dem sehr großen Potential weiterer Einsatzmöglichkeiten.
 Alle für den Preis eingereichten Arbeiten waren preiswürdig, so dass sich die diesjährige Auswahl des Siegers durch die Jury sehr schwierig gestaltete. 


5. Mykologisches Kolloquium in Dresden

Am 9. und 10. Mai 2019 veranstaltete das Institut für Holztechnologie Dresden das 5. Mykologische Kolloquium. Mit dieser Fachtagung wurde die Reihe der Mykologischen Kolloquien am IHD nach längerer Pause fortgesetzt. Anlass war der Abschluss des IGF - Forschungsprojektes „Entwicklung technischer Verfahren zur Vermeidung der biogenen Schadstoffbelastung in Kirchenorgeln“. Die Bearbeitung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung der Universität Stuttgart (IGTE) sowie dem Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen - Anhalt e. V. (IDK).

Den Teilnehmern wurde ein interessantes Programm aus 11 Fachvorträgen geboten, in denen am ersten Veranstaltungstag vorrangig über die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt berichtet wurde.

Der zweite Tag beinhaltete Beiträge weiterer Experten mit Bezug zum Thema. Das Fachprogramm startete mit einem Vortrag von Katharina Plaschkies (IHD) zu Intention und Durchführung des Projektes. Es folgten Philipp Flade (IHD), der den Teilnehmern den Aufbau einer Orgel näherbrachte und Referenzobjekte vorstellte, sowie Thomas Löther (IDK), der über die Ergebnisse von Klimamessungen in vier Kirchen berichtete. Anschließend stellte Matthias Hartnagel (IGTE) ein numerisches Simulationsmodell der Orgel vor, das auf Basis von Messdaten erstellt worden war und mit dem schimmelpilzkritische Bereiche rechnergestützt ermittelt werden können. Den ersten Tag schlossen Vorträge von Katharina Plaschkies und Philipp Flade zu mikrobiologischen Untersuchungen sowie zu Tests technischer Präventionsmaßnahmen vor Ort.

Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstags erläuterte Uwe Münzberg (Berufsverband Deutsche Baubiologen e.V.) die neue DGUV-Information 201-028 " Gesundheitsgefährdung durch Biostoffe bei der Schimmelpilzsanierung ". Anschließend stellte Orgelbaumeister Michael Stumpf aus Bad Kissingen die vom Bund Deutscher Orgelbaumeister e.V. die herausgegebene Handreichung "Schimmelpilz - Sanierung im Orgelbau – vor. Danach betrachtete Manfried Eisbein (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen) das Problem des Schimmelbefalls aus denkmalpflegerisch-restauratorischer Sicht, und Frau Dr. Anke Mondschein (Forschungsinstitut Leder und Kunststoffbahnen FILK) erläuterte historische und moderne Gerbverfahren für Orgelleder. Im finalen Vortrag sprach Dr. Wolfgang Skorupa (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V.) zu antikorrosiven Behandlungen metallischer Legierungen für den Orgelbau mittels Nanotechnologie.


Veranstaltungsankündigung