Entwicklung von alternativen Bedienhilfen

27. Juli 2020

zur Reduzierung der Keimbelastung in öffentlichen Bereichen und einer adäquaten Bewertungsmethode.

Im Alltag kommt jeder mit krankmachenden Keimen in Kontakt. Sie gelangen beim Nase putzen, niesen und husten, Toilette benutzen, dem Kontakt mit Tieren oder beim Zubereiten von rohem Fleisch auf die Hände. Über die Hände werden sie direkt oder über mit der Hand benutzte Gegenstände an andere Personen weitergegeben. So finden sich krankmachende Keime auf Handläufen, Türklinken, Fahrstuhlknöpfen, Toilettenspülungen oder Wasserhähnen wieder. Kommen dann die ungewaschenen Hände mit Augen, Mund oder Nase in Kontakt, können Keime über die Schleimhäute in den Körper eindringen und Infektionen auslösen. Dabei fasst sich jeder Mensch laut einer Studie durchschnittlich 15,7 Mal pro Stunde unbewusst ins Gesicht (Link). Diese Bewegungen sind zumeist unbewusste Handlungen, die nur schwer vermieden werden können. Das regelmäßige Händewaschen kann das Infektionsrisiko zwar erheblich senken, jedoch ist das nicht immer und überall in der eigentlich notwendigen Häufigkeit möglich. So ist der Weg über die Hand eine der häufigsten Ursachen für eine Übertragung mit Krankheitskeimen wie Influenza, Noroviren oder Rotaviren (Link).

Besonders kritisch in Bezug auf die Übertragung von Krankheitskeimen sind Orte mit häufig wechselndem Besucherverkehr, wie zum Beispiel Warenhäuser, Ämter, Schulen sowie der öffentliche Personennahverkehr. Dabei bieten gerade Oberflächen, die von vielen Menschen innerhalb von kurzen Zeitabständen berührt werden, das größte Risiko für eine Übertragung.

Zur Untersuchung von Möglichkeiten zur Unterbrechung dieser Infektionsketten ist am IHD ein Forschungsprojekt geplant, das sich mit alternativen Bedienmöglichkeiten befasst, bei denen eine Bedienung bzw. Nutzung mit anderen Körperteilen als den Händen durchgeführt wird. In diesem Projekt werden verschiedene Bedienkonzepte und die zuzuordnenden Bedienelemente hinsichtlich verschiedener Kriterien wie intuitive Benutzbarkeit, Funktionsweise, Wirkungsgrad u. ä. untersucht und bewertet. Durch Probandenversuche sowie mikrobiologische Untersuchungen sollen die Ergebnisse validiert werden. Das Projektergebnis wird ein Kriterienkatalog sein, der eine Bewertung von am Markt verfügbaren Produkten ermöglicht, Konstruktionsempfehlungen für Neuentwicklungen gibt und einen auf die Kriterien optimierten Prototyp für den Bereich der Türklinken vorstellt.

Wenn Sie Interesse haben, an diesem Projekt mitzuwirken, sprechen Sie uns gern an.